Als «erhaltenswert» eingestufte Gebäude: Jubiläumsstrasse 9–97, repräsentative Mehrfamilienhäuser. Fotos: Google Maps

Inventarbestand der Berner Denkmalpflege halbieren?

Im Kanton Bern steht der Schutz von 23'000 Bauwerken auf der Kippe.

Am Mittwoch wird der Berner Grosse Rat bei der Debatte über die neue Kulturpflegestrategie einen Antrag der bürgerlich dominierten Bildungskommission beraten. Diese will den Inventarbestand der Denkmalpflege halbieren. Die Kategorie «erhaltenswert» soll aufgehoben werden. «Das Inventar ist zu umfassend. Es steht im Widerspruch zur inneren Verdichtung», zitiert der «Bund» Genossenschafts-Präsident und FDP-Grossrat Peter Sommer. Hans Bättig, Sekretär des kantonalen Hauseigentümerverbands, stellt der Denkmalpflege sogar ein gutes Zeugnis aus: «Abgesehen von den üblichen Reflexen sind mir in den letzten Jahren keine Fälle zu Ohren gekommen, bei welchen die Denkmalpflege auf stur geschaltet hätte.» Für Regierungsrat Bernhard Pulver (Grüne), der für die Denkmalpflege zuständig ist, ist eine Überarbeitung des Bauinventars durchaus angebracht. Er will auch die Zahl der erhaltenswerten Objekte reduzieren – im Umfang von 10 bis 30 Prozent. Der Vorschlag der Bildungskommission geht ihm aber zu weit. «Wollen wir einige Tausend Gebäude wirklich zum Abbruch freigeben?» fragt er im Interview mit dem «Bund» rhetorisch.

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