Die Siedlung der Heimgenossenschaft in einer Luftaufnahme von 1995. Die beiden Eckbauten unten links und rechts sollten aus dem Schutz entlassen werden. Fotos: ETH-Bibliothek, Bildarchiv

Heimatschutz gewinnt am Friesenberg in Zürich

Genossenschaftssiedlung am Friesenberg in Zürich unter Druck: Gericht gibt Heimatschutz recht. Ausserdem: Airbnb und Wankdorf in Bern, Umverkehr in Winterthur und Bahnhofplatz in Lausanne.

Das Friesenbergquartier in Zürich zeichnet sich durch seine qualitätsvollen Siedlungen, hauptsächlich aus den 1920er- und 1930er-Jahren, aus. Im Zug der Erneuerung und Verdichtung geraten manche Ensembles unter Druck. Jüngstes Beispiel ist die Siedlung ‹Im Hegi›, wie Adi Kälin in der ‹Neuen Zürcher Zeitung› berichtet. Für die Heimgenossenschaft erstellten die Sihlpost-Architekten Gebrüder Bräm Ende der 1920er-Jahre 69 Reihenhäuschen.

Nachdem die Genossenschaft vor gut zehn Jahren Neubaupläne gewälzt hatte, schwenkte sie angesichts der Schutzwürdigkeit der Siedlung um und schloss mit der Stadt einen Schutzvertrag ab. Dieser stellt sieben von neun Häuserzeilen unter Schutz, erlaubt aber den Ersatz von zwei Zeilen an den Ecken des Grundstücks. Hier möchte die Genossenschaft Neubauten mit alters- und behindertengerechten Wohnungen erstellen. Da dies die einzige Siedlung der Heimgenossenschaft ist, hat sie keine Ausweichmöglichkeiten.

Gegen den Schutzvertrag hatte der Zürcher Heimatschutz rekurriert und nun vor dem Baurekursgericht recht bekommen. «Die denkmalpflegerische Würdigung der Stadt sei ja selber zum Schluss gekommen, dass sich die Siedlung vor allem durch die strenge Symmetrie und das einheitliche Erscheinungsbild auszeichne. Dies ginge bei einem Abbruch einzelner Teile verloren», schreibt die ‹NZZ› zum Urteil und zitiert: «Das hervorragend erhaltene Ensemble würde aufgelöst und als augenscheinlich unvollständig und lückenhaft wahrgenommen». Gegen das Urteil kann Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingelegt werden.


Weitere Meldungen:

– Die Berner Stadtregierung, der Gemeinderat, will die Vermietung von Unterkünften an Auswärtige – Airbnb – stärker regulieren, berichtet ‹Der Bund›. Damit will er Situationen wie in Florenz oder Barcelona verhindern, wo Einheimische durch Touristinnen und Touristen verdrängt werden.

Ebenfalls im ‹Bund›: Die Umgebung des Wankdorfs im Berner Nordquartier soll aufgewertet werden. Sechs Planungsteams sollen Ideen für die «Quartierstadt Wankdorf» entwickeln. Die Realisierung ist für 2025 bis 2028 vorgesehen.

– Wie in anderen Städten fordern nun auch in Winterthur zwei Klimainitiativen die Reduktion von Strassenflächen zugunsten von Grünraum und Platz für den Langsamverkehr. Wie ‹Der Landbote› heute berichtet, lancierte die Organisation Umverkehr gestern zwei entsprechende Initiativen.

– Ab Ende Mai wird die Stadt Lausanne die Projekte für den Verkehr rund um den Bahnhof präsentieren. ‹24 heures› gibt heute einen ersten Eindruck von der geplanten Verkehrsführung am Bahnhofplatz. Der Autoverkehr soll reduziert, und der Platz als Tempo-20-Zone ausgebildet werden.

– «Beim Betondruck geht es um die Wurst»: Häuser aus dem 3-D-Drucker machen das Bauen preiswerter. Ob sich damit wirklich neue Gestaltungsräume öffnen, ist unsicher, schreibt die «NZZ».

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