Aalglatt: Das One World Trade Center. (Jan henrik h via commons.wikimedia.org)

Fundamentalkritik am Ground Zero

Beim Wiederaufbau nach 9/11 hat New York so ziemlich alles vergeigt. In Luzern soll das Bundesgericht über Städtebau entscheiden. Glarus verschärft den Klimaschutz. Die Presseschau am Montagmorgen.

Investitionen in Infrastrukturen? Das hat der New Yorker Wiederaufbau nach 9/11 verpasst. Stattdessen habe man Milliarden in Sicherheitsmassnahmen und Architekturkapriolen verprasst. Und ausserdem Büroraum und Luxusboutiquen gebaut, die niemanden anziehen. Andrew Lynn leitete früher die Port Authority. In der ‹NZZ› lässt der ehemalige Spitzenbeamte kein gutes Haar am Wiederaufbau. Das Resultat sei eine «kühle neue Luxussphäre» neben der turbulenten Gotham City. Grosse, kaum bevölkerte Freiflächen seien auf astronomisch teurem Boden in Manhatten absurd. Und die Treppenskulptur des Künstlers Thomas Heatherwick wurde erst zum Suizid-Hotspot und dann geschlossen. Immerhin, lobt Lynn am Ende: Südlich des neuen One World Trade Center entstünde Wohnraum für junge Berufstätige. Freilich mit hohen Mietpreisen.

Weitere Meldungen:


– Glarus macht Klima-vorwärts: An der ersten Landsgemeinde seit Covid verboten die Innerschweizer unter anderem neue Öl- und Gasheizungen, erhöhten den Anteil erneuerbarer Energien bis 2040 und beschlossen, alle Dörfer dem öffentlichen Verkehr anzuschliessen. Die ‹Südostschweiz› war dabei.

– «Es ist extrem schade, dass städtebauliche Entscheide immer häufiger von Gerichten beurteilt werden», sagt BSA-Obmann Norbert Truffer in der ‹Luzerner Zeitung›. Hintergrund sind zwei kleine Hochhäuser am Luzerner Bahngleis, die das Kantonsgericht als unverträglich stoppte – nach einem sauberen Prozess mit Testplanung und Studienauftrag . Nun soll das Bundesgericht entscheiden.

– Peter-Wolfang von Matt bekämpft das Fussballstadion auf der Zürcher Hardturmbrache. Auf dem Flugplatz Dübendorf will er kommerzielle Zivilflüge verhindern. Bald stimmt Zürich über seine Initiative ab, die das Seeufer in der Stadt bewahren will. Die ‹NZZ› besucht den Kämpfer «gegen die Obrigkeit».

– «Industrieruine wird zur Traumfabrik», vorschusslorbeert der ‹Blick› über die einstige Zellulosefabrik Attisholz bei Solothurn. Die Immobilienentwicklerin Halter spricht auf einer Seite ausgiebig vom lebendigen Ort und organischer Entwicklung, Wohnen und Arbeiten, altem und neuem Geist.

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