Früher Zeuge der klassischen Moderne: Schulanlage Langmatt in Zürich-Witikon Fotos: u.a. Baugeschichtliches Archiv Zürich

Für und gegen den Denkmalschutz

Der Zürcher Heimatschutz rekurriert erfolgreich gegen eine Solaranlage auf dem Dach einer denkmalgeschützten Schulanlage. In Ilanz-Glion soll ein Modellvorhaben den Zusammenhalt in der Fusionsgemeinde stärken.

Die Schulanlage Langmatt in Witikon wirkt unscheinbar und bescheiden, doch ist mitunter genau das die Grundlage ihrer Schutzwürdigkeit. «Einen frühen Zeugen des neuzeitlichen Schulhausbaus im Sinn der klassischen Moderne» nennt das Zürcher Denkmalinventar die in den 1930er Jahren vom Architekturbüro Kündig&Oetiker erbaute Schule. Sie ist nicht nur im kommunalen Denkmalinventar verzeichnet, sondern auch in der höchsten ISOS-Kategorie. Kündig&Oetiker übrigens bauten unter anderem den Ehrismannhof und Heinrich Oetiker wurde später Stadtrat und Hochbauvorsteher.

Die Stadt Zürich wollte, wie die NZZ berichtet, auf dem Dach der Langmatt eine Solaranlage einrichten. Der Heimatschutz rekurrierte erfolgreich beim Baurekursgericht: Die Stadt habe zu wenig abgeklärt, ob das Denkmalschutzobjekt durch die Anlagen beeinträchtigt werde. Die Stadt gelangte an das Verwaltungsgericht, doch dieses stützt den ersten Entscheid: «Es brauche zusätzliche Abklärungen und einen formellen Bericht, um die Frage der Qualität klar beantworten zu können», zitiert die NZZ. Die Stadt hatte argumentiert, «dass hier ein «nutzloser Zusatzaufwand» betrie­ben werde. Die Solaranlagen seien aus einem dunklen Material und würden sich bestens in die Dachlandschaft einfügen, die bedeutende Schulanlage werde also nur «unwesentlich beeinträchtigt». Das Urteil sei für den Heimatschutz wichtig, schreibt die NZZ zum Schluss, denn «die drei Objekte, die das EWZ zuletzt als Standort für neue Solaranlagen vorstellte, sind alles städtische Schulanlagen – und alle drei befinden sich im Inventar der schützenswerten Bauten.»
 

Weitere Meldungen:

– Von entgegengesetzter Seite Seite wird unterdessen ein Angriff auf den Denkmalschutz geritten: Ein SVP-Kantonsrat hat einen markanten Vorstoss eingereicht, wie der Tages-Anzeiger schreibt.

– Zu Ilanz/Glion schlossen sich vor sechs Jahren 13 Gemeinden zusammen. Um den nachbarschaftlichen Kitt und die lokale Verwurzelung stärken, startet die Gemeinde nun ein Projekt, das als Modellvorhaben des Bundesamts für Raumentwicklung gefördert wird, schreibt die Südostschweiz am Sonntag.

– Alle wettern gegen die Erlenmatt, doch dem Reporter der Basler Zeitung gefiel es auf seinem Streifzug mit der Zeit ausgezeichnet, wie er in der Reportage «Wo Wohnen ein Traum ist» erzählt.

 

 

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