Zweitwohnungsbau in Verbier Fotos: zweitwohnungsinitiative.ch

Franz Weber ist nur ein Faktor

In früheren Immobilien-Eldorados wie Crans-Montana oder Verbier werden kleinere Brötchen gebacken, schreibt die ‹NZZ›. Verantwortlich sei jedoch nicht die Zweitwohnungsinitaitive.

«Zurzeit werden in früheren Immobilien-Eldorados wie auf dem Hochplateau von Crans-Montana oder im Val de Bagnes mit Verbier kleinere Brötchen gebacken», schreibt die ‹NZZ›. Dabei sieht sie die vor zwei Jahren angenommene Zweitwohnungsinitiative aber nur als einen Faktor. Zwar werde die anhaltende Rechtsunsicherheit ihrer umstrittenen Umsetzung kritisiert, doch sei vor allem der sinkende «Kapitalexport» aus den schwächelnden Käufermarkten wie Frankreich und Italien verantwortlich: «Viele Projekte, obwohl nicht durch Einsprachen blockiert, bleiben wegen fehlender Nachfrage im Planungsstadium stecken.» Nun würden Schweizer Kunden vor allem 80 bis 100 Quadratmeter grosse Wohnungen für maximal eine Million Franken kaufen. Die Nachfrage sei aber so schwach, dass die bestehenden Zweiwohnungen zu «erstaunlich günstigen Konditionen auf den Markt kommen».

Thomas Egger von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete prognostiziert einen Strukturwandel im Schweizer Alpenraum: «Der alpine Tourismus als Ganzes muss neu positioniert werden. Zweitwohnungsbau geht nicht mehr. Das bedeutet, dass vermehrt in die Hotellerie investiert werden muss». Der Faktor Zweitwohnungsinitiative wird dabei durchaus auch positiv bewertet. Der Unternehmer und frühere Grossrat Hans Hallenbarter aus Obergesteln erklärt, die Gomser Kleinunternehmen hätten am umgezügelten Zweitwohnungsbau gelitten. Weil die regionalen Kapazitäten des Bauhaupt- und Baunebengewerbes zu klein sind, seien viele Aufträge in Boomzeiten von auswärtigen Firmen ausgeführt worden. Der Immobilienkönig und Golfpromotor Gaston Barras aus Crans-Montana liess sich kürzlich in der Zeitung ‹Nouvelliste› gar mit der provokativen Aussage zitieren, «Franz Weber habe mit seinem Volksbegehren gar den berühmten Golfplatz Crans vor der Überbauung und damit vor der Zerstörung gerettet».

Weitere Meldungen:


– Der Zürcher Gemeinderat gibt grünes Licht für den Bau von 180 Wohnungen über dem Tramdepot Hard. Die ‹NZZ› und der ‹Tages-Anzeiger› berichten.

– Nirgendwo stiegen die Wohnungsmieten seit Januar so stark, wie im Kanton Bern. 0.74 Prozent meldet ‹Der Bund›, gestützt auf Zahlen des Immobilienportals Homegate.

– «Prachtsband» über das Churer Architekturbüro Bearth & Deplazes: Die ‹NZZ› lobt den zur gleichnamigen Ausstellung erschienen Katalog ‹Amurs› mit Fotografien von Ralph Feiner. Dieser bringe «neun Meisterwerke voll zur Geltung».

– Velofahren ist nicht nur ökologisch, sondern auch gesellschaftlich nachhaltig: Wie ‹Der Bund› berichtet, verhilft ein Velokurs für Migrantinnen in Bern-West den Frauen «zu mehr Unabhängigkeit und trägt zu regem Austausch bei».

– Prix Suisseculture: Wie die ‹NZZ› meldet, geht der Preis im Wert von 20'000 Franken dieses Jahr an Beatrix Bühler, Regisseurin und Leiterin des Theaterfestivals «Auawirleben».

– «Protest mit Eiffelturm», titel der ‹Tages-Anzeiger› über die Stadt der Liebe. Paris sei zugleich die Stadt der Proteste und registrierte 2013 insgesamt 7'300 Manifestationen.

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