Miss November im B.K.F Hardoy Sessel von Grupo Austral, Novemberausgabe Playboy 1954 Fotos: Playboy Enterprises International, Inc.

«Feuchte Wohnträume»

Die Ausstellung ‹Playboy Architektur 1953-1979› im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt zeigt laut ‹Tages-Anzeiger›, «wie nahe sich Avantgarde-Architektur und die Häschenwelt manchmal waren».

Die Ausstellung ‹Playboy Architektur 1953-1979› im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt zeigt laut ‹Tages-Anzeiger›, «wie nahe sich Avantgarde-Architektur und die Häschenwelt manchmal waren». Die perfekte Playboy-Wohnung beschreibt der Autor Martin Halter so: «ein Penthouse auf dem Hochhausdach, eine gut bestückte Bar fürs Vorspiel, ein Bad mit geschmackvollen Höhlenmalereien, eine vollautomatische Küche, ferngesteuerte Erektionsmöbel zum Hochfahren, Ausklappen und Versenken, kuschelige Lounge-, Womb- oder auch Butterfly-Chairs und natürlich Cooljazz aus der Hi-Fi-Anlage».
Zu besten Zeiten sei Hugh Hefners Männermagazin «kein Katalog für Häschen- und Herrenwitze und männliche Gimmicks, sondern eine beinahe seriöse Stilfibel für den Gentleman, wenn nicht sogar ein Labor für die Innovationen und Utopien moderner Architektur» gewesen. Er räumte mit dem Vorurteil der Innenarchitektur als weibliche Domäne auf und zeigte  ‹Bachelor Pads› prominenter Baumeister – «nach innen gewendete, eskapistische Junggesellenmaschinen, entworfen als Instrumente der Verführung».

Der Autor kritisiert die bis auf ein paar Designstühle arme Ausstellung, in der es «fast nur Papier und Pappe» zu sehen gäbe. Ausserdem sei die These der Kuratorin, der ‹Playboy› sei der «einflussreichste Förderer der Moderne in den USA» gewesen zumindest gewagt. Die Hauptkritik trifft jedoch die akutelle Ausgabe, die für die in der Rubrik «Die perfekte Männerwohnung» zu Raumerfrischer, gedämpftem Licht und einem fläzigen Sofa rate. Halter mokiert: «Der alte Hugh Hefner wird sich in seiner Hightech-Matratzengruft umdrehen: Da kämpft er seit 60 jahren für mehr Sex-Appeal im männlichen Interieur und sozialen Wohnungsbau, und jetzt soll der Spielplatz des Verführers so individuell und gemütlich wie ein gutes Hotelzimmer sein».

Weitere Meldungen:


– ‹Goldene Letter› für den Zürcher Verlag Scheidegger & Spiess: Wie die ‹Basler Zeitung› meldet, gewann die Publikation ‹Meret Oppenheim. Worte nicht in giftige Buchstaben einwickeln› den ersten Preis des Wettbewerbs ‹Schönste Bücher aus aller Welt›.

– Die ‹NZZ› widmet den schweizweit neuen Massnahmen für günstiges Wohnen eine ganze Seite und meint: Genf geht «mit gutem Beispiel voran», Zug und Nidwalden greifen in den markt ein, um nicht zum «Monaco der Schweiz» zu werden und Lugano wünscht Massnahmen, um den schindenden Anteil günstiger Wohnungen zu erhöhen.


– 2014 auf dem Weg zum Bau-Rekordjahr: Der milde Winter dürfte laut der ‹Neuen Luzerner Zeitung› für neue Höchstwerte im Baugewerbe sorgen. Die Credit Suisse sieht sich beim Wohnungsbau «eineinhalb Monate weiter als geplant». Kauf- und Mietkosten dürften dennoch in gleichem Tempo weiter steigen.

– Die Referendumsfrist der Gesamtrevision des Stadtbasler Zonenplans ist ungenutzt abgelaufen. Wie die ‹Basler Zeitung› berichtet, wurde das Referendum jedoch gegen die beiden separaten Beschlüsse zu den Stadtentwicklungen Ost und Süd ergriffen.

– «Kritik am Landfrass der International School», titelt ‹Der Bund› über einen Neubau unter Beteiligung des Kantons Bern in Muri-Gümligen. Die Schule argumentiert, das einstöckige Bauvorhaben erfülle die Sicherheitsvorgaben am besten.

– Spillmann Echsle müssen überarbeiten: Wie der ‹Tages-Anzeiger› berichtet erteilte das Baurekursgericht der SBB und dem Zürcher Stadtrat eine Schlappe. Das 135 lange und bis vier Stockwerke hohe Geschäftshaus am Bahnhof Tiefenbrunnen, laut Anwohnern ein «Unding», muss nun vor allem im Attikageschoss überprüft werden.

– «Bauen trotz Fluglärm», titelt die ‹NZZ› über das Vorhaben des Bundes, die Lärmschutzverordnungen anzupassen. In der Flughafenregion wirken diese derzeit der grossen Nachfrage nach Wohnraum entgegen. «Gross ist die Erleichterung» in Gemeinden wie Bülach.

– Köniz stellt das «grüne Band» infrage: Die Gemeinde hatte die Idee eines Grüngürtels um den urbanen Kern von Stadt und Agglomeration initiiert. Wie ‹Der Bund› berichtet, schlägt nun justement der Könizer Gemeinderat dem Parlament vor, darin 26'500 Quadratmeter Landwirtschaftsland als strategische Baureserve zu erwerben. Das sorgt für Unverständnis.

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