«Gipfel der Passanten-Belästigung»: Die «Züri-Wiesn» im Zürcher Hauptbahnhof Fotos: NAC via wikimedia

Event-Platz oder Raumwunder?

Die «NZZ» beanstandet ästhetische «Serienverbrechen» am Zürcher Hauptbahnhof. Und in Mexiko ist eine 500-jährige Dominikanerkirche aus dem Wasser auftgetaucht. Die Presseschau.


Unter dem Titel «Serienverbrechen an einem Raumwunder» kritisiert die heutige «NZZ» die Eventisierung der Zürcher Bahnhofshalle. Anlass ist das Communiqué der SBB zum hochmodernen LED-Generalanzeiger, der die Fallblätter ablöst; dort ist im Schlussabschnitt zu lesen, dass die Nutzungsvereinbarung mit der kantonalen Denkmalpflege «den veränderten Bedürfnissen (z. B. neue Werbegefässe)» angepasst worden sei: «Neu muss die Haupthalle an 140 Tagen vollständig leer sein, früher waren es 155 Tage.» Gegen den «raumgreifenden Hütten-Kitsch des Christkindli-Markts» und die «lärmige ‹Züri Wiesn›, die im Oktober wochenlang den Gipfel der Passanten-Belästigung darstellt», argumentiert Autor Urs Bühler mit dichterischer Empfindsamkeit: «Diese Halle, zwanzig Meter hoch und fast zweitausend Quadratmeter weit, hat magische Kräfte. Sie scheint das Tempo der Passanten zu drosseln, selbst wenn sie einen Zug zu verpassen drohen. Hier schafft sich, während rundherum Sohlen trippeln, ein poetisches Bewusstsein Raum: Manchmal ist nichts schöner als das scheinbare Nichts.»

Weitere Meldungen:


– Wundersame Erscheinung: Aufgrund einer Trockenperiode ist im mexikanischen Bundesstaat Chiapas eine 500jährige Kirchenruine aus einem Stausee aufgetaucht. «Der Bund» zeigt eine Bildergalerie.

– Das futuristische «Réfuge du Goûter» des SAC, unterhalb des Mont Blanc auf 3800 Metern gelegen, bleibt auf unbestimmte Zeit geschlossen, berichtet die «Tribune de Genève». Die grosse Hitze der vergangenen Monate habe zu einem erheblichen Bergsturzrisiko geführt.

–«Ein besseres Warschau bauen»: Hochparterre-Redaktor Werner Huber berichtet im Feuilleton der «NZZ» über die Warschauer Ausstellung «Streit um den Wiederaufbau». In der Ausstellung, die der Architekturentwicklung in der polnischen Hauptstadt seit dem Zweiten Weltkrieg gewidmet ist, wird auch ein Projekt des Architekturdepartements der ZHAW gezeigt.

– Die HTW Chur kann neu einen Studiengang «Architektur» anbieten. Die geplante Architekturausbildung setze Ausbildungsschwerpunkte in den Bereichen Bauen im alpinen Raum, Ortsbildplanung und touristische Bauten, meldet die «Südostschweiz». Ein weiterer Bericht befasst sich mit der abshebaren Umzonung des 20 Hektaren grossen Sägereiareals in Domat-Ems, das zum Hightech-Areal werden soll.

– «Grosse Pläne für das Dorf San Bernadrino»: Laut «Tessiner Zeitung» sucht die Gemeinde gemeinsam mit dem Patriziat nach Investoren für die Mineralquellen und den Bau einer Hotelanlage mit Spa. (Artikel online nicht verfügbar).

close

Kommentare

Kommentar schreiben
Ich kann das Bild nicht lesen