Das Zürcher Schauspielhaus sei ein Erinnerungsort. Aber was bedeutet das genau? fragt die «NZZ».

«Erinnerungsorte sind keine Argumente für oder gegen den Umbau»

Die «NZZ» fragt, woran das Zürcher Schauspielhaus erinnert. Ausserdem in der Presse: Wie sich sich Immo-Firmen in Zürich ausbreiten und ein klimaneutrales Energiesystem.

Im Zentrum der Debatte um den Pfauensaal des Zürcher Schauspielhaus steht dessen Geschichte. «Zeit, über sie zu reden», meint die «NZZ». Denn ob der Pfauen ein Erinnerungsort ist oder nicht: Wer sollte diese Frage entscheiden? «Diese Diskussion könnte interessant sein, gewiss. In der gegenwärtigen Debatte ist sie müssig, denn mit der Um- und Neubaufrage hat sie nichts zu tun. Der Erinnerungsort, wenn er denn existiert, überdauert Veränderungen, die sich im konkreten Raum vollziehen.» Mit Bezug auf den französische Historiker Pierre Nora argumentiert die «NZZ»: «Erinnerungsorte sind keine Argumente, die für oder gegen Umbau bestehender Häuser sprechen. Pierre Nora hat sich explizit verwahrt gegen eine Lesart, die sein Konzept mit Fragen des Denkmalschutzes verband.» Falls Politiker das Konzept der Erinnerungsorte als allzu theoretisch und kompliziert empfänden, sollten sie aufhören, es in ihren Debatten zu verwenden, meint die Zeitung. «Schliesslich gibt es genügend andere Dinge, die ganz konkret zu diskutieren wären. Erstens ist zu eruieren, mit welchen Vor- und Nachteilen ein Um- oder Neubau einhergeht. In diese Überlegungen sind technische, denkmalpflegerische und finanzpolitische Aspekte genauso einzubeziehen wie künstlerische Erfordernisse, denn letztlich gilt es an der historischen Stätte ja gegenwärtiges Theater zu spielen.»

Weitere Meldungen:

– Die «Republik» hat recherchiert, wie sich sich Immobilien-Firmen in Zürich ausbreiten; «Reflekt» beschreibt in einer Reportage, wie Unternehmen immer mehr Wohnungen in europäischen Metropolen aufkaufen – und wie sich das auf die Mietpreise auswirkt.

– Gleich mehrere erstklassige Tanz- und Theatersäle stehen vor der Eröffnung: Genf will sich als Kulturstadt etablieren, schreibt die «NZZ», und zeige sich dabei alles andere als knauserig.

– «Abbruch wäre unverhältnismässig und unsinnig»: Der Streit um die 81-jährige Turnhalle in Münchwilen (TG) ist um ein Kapitel und um eine Expertise reicher. Das «St.Galler Tagblatt» berichtet.

– «Martin Neukom will dem Hitzestau vorbeugen»: Der Zürcher Regierungsrat präsentiert Vorschläge für eine dem Klimawandel angepasste Siedlungsentwicklung. Die «NZZ» berichtet.

– «Wie im Jahr 2050 ein klimaneutrales Energiesystem aussehen könnte»: Die Internationale Energieagentur entwickelt die Agentur einen Pfad für ‹netto null›. Der Bericht erinnere an den Abstimmungskampf um das CO2-Gesetz, schreibt die «NZZ».

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