«Die Tücken der 15-Minuten-Stadt»

Der neue Zürcher Richtplan verspricht lebendige Quartiere, prächtige Alleen und viel Grün. Aber zu welchem Preis?, fragt die «Woz». Ausserdem in der Presse: Neu-Oerlikon, Pilatus und Ortsbildschutz.

Der «Richtplan zur Siedlungsentwicklung», über den die Stadt Zürich am kommenden Wochenende abstimmt, will 49 Quartierzentren durch «attraktiv gestaltete» Achsen miteinander verbinden, die Qualität und Erreichbarkeit bestehender Freiräume verbessern sowie neue schaffen. So umschreibt es die «Woz» heute: «Der Haken dabei: Der Richtplan ist nur für Behörden verbindlich – nicht für Private, denen der überwiegende Teil des Siedlungsgebiets gehört.» Die Zeitung zitiert  Walter Angst, Gemeinderat der Alternativen Liste: «Mit dem Richtplan wird den Investoren das Fleisch durch den Mund gezogen, ohne dass es griffige Massnahmen für den Erhalt und die Schaffung von preisgünstigem Wohnraum gäbe». «Was also wären die Massnahmen, die eine Aufwertung ohne Verdrängung ermöglichten?», fragt die «Woz». «Solange nicht einmal ein Drittel der Wohnungen gemeinnützig ist, braucht es wohl den langen Atem von Stadtteilbewegungen. Und noch etwas wäre zu bedenken: Schnell abreissen und neu auftürmen ist nicht sehr klimapositiv. Wie wäre es dafür mit einem etwas tieferen Wohnflächenverbrauch pro Person? Sodass sich mehr Menschen ein charmantes Leben in der 15-Minuten-Weltstadt leisten könnten – ohne dass so viel mehr gebaut werden müsste?»

Weitere Meldungen:

– «Die steigenden Mieten sind ein grosses soziales Problem»: Der Stadtzürcher Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) möchte mehr Wohnungen kaufen. Aber nicht zu jedem Preis. Ein Interview im «Tages-Anzeiger».

– Alles neu, und alles schnell: Ende der 1990er Jahre entstand in Zürich Nord in rasantem Tempo die riesige Siedlung Neu-Oerlikon – «mit unschönen Nebeneffekten». Die «NZZ» schaut zurück.

– «4500 Einzelteile für einen Flugzeugrumpf»: Bei Pilatus ist die Fertigung nach wie vor mit viel Handarbeit verbunden – trotz Robotern. Das Unternehmen erlaubt einen seltenen Blick in die Produktionshallen. Die «NZZ» war da.

– Eine missglückte Bohrung, überschwemmte Nachbargärten, eine fehlende Bewilligung: «Der Bau von Mark Streits ökologischer Vorzeigevilla lief aus dem Ruder», schreibt der «Bund». Jetzt ermittle die Staatsanwaltschaft, schreibt der «Bund».

– Die Thurgauer Firma Jamaze programmiert virtuelle Erlebniswelten und ermöglicht digitale Messebesuche und bietet ein «Virtual Experience Center» als Ergänzung zu physischen Messen an. Das «St.Galler Tagblatt» berichtet.

– «Streit um Hochhäuser in Arbon»: Die Stadt Arbon sah keinen Weg, beim Projekt Riva die Frage nach dem Ortsbildschutz durch eine nationale Expertengruppe zu klären. Doch es gäbe eine Möglichkeit, schreibt das «St.Galler Tagblatt».

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