Die Autofahrt macht den Energiegewinn der dicken Wand zunichte: Einfamilienhaus mit Umschwung. Fotos: Wikimedia

Die Energie-Mär des Hüslis

Die schlechte Energiebilanz von Gebäuden in ländlichen Gebieten gerät ins Visier von Experten, berichtet die «NZZ». Wird die Mobilitätsenergie mitgerechnet, lassen sich Einfamilienhäuser auf dem Land nicht 2000-Watt konform realisieren.

Die schlechte Energiebilanz von Gebäuden in ländlichen Gebieten gerät ins Visier von Experten, berichtet die «NZZ». «Freistehende Einfamilienhäuser auf dem Land lassen sich eigentlich nicht so realisieren, dass sie in ein Konzept einer 2000-Watt-Gesellschaft passen», sagt Martin Lenzlinger, Experte des Schweizerischen Architektenvereins. «Hindergrund dieser Aussage ist der neue Einbezug der Mobilitätsenergie», so die «NZZ». Laut einer Analyse der Zürcher Baudirektion verbrauchen Gebäude auf dem Land rund zwei Drittel mehr Energie für den Verkehr als solche in der Stadt. Dies führt dazu, dass ein normales Haus im Zentrum ungefähr gleich viel Energie verpufft wie ein Minergie-P-Bau in ländlichen Regionen. Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein überarbeitet zurzeit die Norm zur thermischen Energie im Hochbau. Dabei sollen die Anforderungen an Einfamilienhäuser verschärft werden. In neuen Merkblättern stellt der SIA ein Konzept vor, bei dem nicht nur der Energiebedarf für Erstellung und Betrieb, sondern auch für Verkehr gerechnet wird. Bis Gebäude hinsichtlich ihrer Gesamtenergiebilanz zertifiziert werden können, dürfte es aber noch einige Jahre dauern, meint Lenzlinger.

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– Der Prime Tower wirkt als Windbeschleuniger. «Heftige Böen, wie sie gestern über Zürich fegten, bringen die Geschäfte am Fusse des Hochhauses in Nöte», schreibt der «Tages-Anzeiger».

– Der Niedergang der amerikanischen Autoindustrie hat Städten wie Detroit oder Milwaukee schwer zugesetzt. Nun betreibt man auf den Industriebrachen Fisch- und Gemüsezucht. Die «NZZ» berichtet.

– Die Neue Galerie in Graz widmet Hans Hollein eine grosse Werkretropektive. Sie zeigt den österreichischen Architekten als Grenzgänger zwischen Architektur, Kunst und Design, so die «NZZ».

– Das Ziegelhofareal in Liestal soll ausgebaut werden. Eine bis jetzt unter Verschluss gehaltene Studie sieht «erhebliches Potential für ein neues Shoppingparadies am Altstadtrand vor», meldet die «Basler Zeitung». Doch die Quartierbevölkerung kämpft für den Schutz des Ortsbildes.

– Die «Basler Zeitung» war zu Besuch in Renzo Pianos Klosterneubau Monastère Sainte-Claire in Ronchamp. «Der Architekt bricht die funktionale Kühle des Baus immer wieder mit warmen Farben.»

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