Sollen die Gleise und die Autobahn im vorstädtischen St. Fiden grossstädtisch überbaut werden? Foto von 1992. Fotos: ETH-Bibliothek, Bildarchiv

Deckel in St. Fiden?

«Nicht finanzierbar», lautete das Urteil zur Überdeckung des Bahnhofs St. Fiden in St. Gallen. Dennoch soll es nochmals eine Machbarkeitsstudie geben. Ausserdem: Hochhäuser, Kongresshaus, Musikhaus und Bahnhof.

Eine grobe Machbarkeitsstudie zeigte 2018, dass sich das Areal des Bahnhofs St. Gallen St. Fiden samt Autobahn überdeckt und bebaut werden kann. Die anschliessend eingeholten Zweitmeinungen «kamen dann aber einem Totalverriss der ersten Machbarkeitsstudie gleich», wie das ‹St. Galler Tagblatt› schreibt. Es zeigte sich, dass sich dieses Mammutprojekt nicht finanzieren liesse.

Dennoch soll nun für 900’000 Franken eine weitere Machbarkeitsstudie lanciert werden, wofür das St. Galler Stadtparlament 370’000 Franken bewilligen soll. Voraussichtlich am Dienstag wird darüber debattiert. Laut ‹Tagblatt› steht das Vorhaben auf «Messers Schneide»: Links-grün wird dagegen stimmen, die Bürgerlichen dafür – das Zünglein an der Waage ist die GLP.

Angesichts der deutlichen Zweitmeinungen gebe es keinen Grund, das noch einmal zu untersuchen, sagt Daniel Kehl, Präsident der SP/Juso/PFG-Fraktion: «Wenn die Privatwirtschaft das noch einmal prüfen will, soll sie die Studie selbst bezahlen». Patrik Angehrn hingegen, Präsident der CVP/EVP-Fraktion lobt, dass sich die Privatwirtschaft (Mettler2Invest, Fortimo, Kantonalbank, Hauseigentümerverband) zur «Vision» bekenne: «Hier tut sich eine Chance auf, die wir nicht leichtfertig vergeben sollten.»

Mehr zum Thema: «St. Fiden: Planung ohne Stadtplanung» in ‹Saiten›, dem Ostschweizer Kulturmagazin.


Weitere Meldungen:

– Das seit 2001 gültige Hochhausleitbild liess in Zürich zahlreiche Hochhäuser entstehen. Nun wächst der Widerstand. Aus Anlass der bevorstehenden Abstimmung über das Fussballstadion samt zweier Wohnhochhäuser hat der ‹Tages-Anzeiger› untersucht, wie sich in den einzelnen Quartieren die durchschnittlichen Gebäudehöhen entwickelt haben.

– Ebenfalls im ‹Tagi›: Die Geschäftsprüfungskommission des Gemeinderats erhebt schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der Sanierung von Kongresshaus und Tonhalle, in erster Linie Hochbauvorsteher André Odermatt, Stadtpräsidentin Corine Mauch und Finanzvorsteher Daniel Leupi. Der Stadtrat räumt Fehler ein, weist jedoch die Kritik an der Projektorganisation, am Informationsfluss und der Dokumentation wichtiger Entscheide zurück.

– In Genf stellt eine Ausstellung auf der Plaine de Plainpalais das Projekt für eine Cité de la musique vor. Seit dem Wettbewerb von 2017 wurde das Projekt von Pierre-Alain Dupraz und Goncalvo Byrne weiterbearbeitet. Nun geht es darum, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen. von den geschätzten 300 Millionen Baukosten sind 90 Prozent durch Stiftungen, Mäzene und private Beiträge gedeckt, 10 Prozent zahlt der Bund. Die ‹Tribune de Genève› berichtet.

– Im Rahmen des Ausbaus des Bahnhofs Bern soll unter dem Hirschengraben eine Velostation entstehen. Ausserdem soll die neue Perronunterführung einen direkten Ausgang auf den baumbestandenen Platz erhalten. Die Stadtverwaltung spricht laut ‹Bund› von einer breiten Akzeptanz – doch nun regt sich  Widerstand gegen die Pläne. Eine Bürgerbewegung will den Park mit Widmann-Brunnen und Bubenberg-Denkmal erhalten.

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