Querschnitt der neuen Valascia aus der Machbarkeitsstudie. Fotos: HCAP / Mario Botta Architetto

Ärger im Tessin

Mario Botta soll das neue Eishockeystadion von Ambrì-Piotta bauen. Doch: Er erhielt den Auftrag ohne öffentlichen Wettbewerb, schreibt der «Tages-Anzeiger».

Mario Bottas Eishockeystadion sorgt für Ärger im Tessin. Mario Botta soll das neue Eishockeystadion von Ambrì-Piotta bauen. Er erhielt den Auftrag ohne öffentlichen Wettbewerb, schreibt der «Tages-Anzeiger». Damit eine öffentliche Ausschreibung im Sinne des Tessiner Submissionsgesetzes umgangen werden kann, verzichtet der Club auf Subventionen in der Höhe von 1,8 Millionen Franken für die Projektarbeit. Das Honorar für Architekt Botta übernimmt vollumfänglich ein privater und bisher anonymer Sponsor.  In Architekturkreisen, etwa beim BSA, zeigt man sich ob des Direktmandats überrascht und besorgt, zumal öffentliche Gelder im Spiel sind. Der Tessiner Staatsrat verabschiedete im Dezember eine Kreditbotschaft für das neue Stadion; demnach gewährt der Kanton 4,7 Millionen und der Bund 6 Millionen Subventionen. Hinzu kommen je 3 Millionen aus dem kantonalen Sport-Toto-Fonds und aus dem Topf der neuen Regionalpolitik. Die Botschaft ist in der vorberatenden Kommission des Grossen Rats hängig. Dort haben sich nach den Neuigkeiten über das Direktmandat für Botta Fragen ergeben, die der Staatsrat beantworten muss. Denn in der Auflistung von Subventionen ist effektiv von «Concorsi d’architettura» – ­Architekturwettbewerben – die Rede. Botta selbst versteht die Aufregung nicht. Er ist der Meinung, dass die Liegenschaftsbesitzerin Valascia Immobiliare SA nicht über die Kompetenzen verfügt, einen Architekturwettbewerb auszuschreiben.

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- Kein Kulturzentrum in der Villa Sihlberg. Der Zürcher Stadtrat verweigert nachträgliche Bewilligung und verlangt Rückbau von illegal erstellten Bauten, schreibt die «NZZ».

- Das Teien-Kunstmuseum in Tokio ist ein Gebäude, in dem sich die Geschichte des europäisch-japanischen Kulturaustauschs und des Aufstiegs des Militarismus widerspiegelt. Nun hat es der Fotokünstler und Architekt Hiroshi Sugimoto um einen sorgfältig geplanten Anbau ergänzt, schreibt die «NZZ».

- Der Bauplan einer Dynastie: Mit «Die Böhms – Architektur einer Familie» ist dem Zürcher Dokumentarfilmers Maurizius Staerkle Drux ein ergreifendes Familienporträt gelungen, schreibt die «NZZ».

- Zum ersten Mal eine Game Jam in Freiburg: Morgen Donnerstag beginnt der Wettbewerb an der Hochschule für Technik und Architektur, bei dem die Teilnehmer ein Thema erhalten und dazu innert knapp 50 Stunden ein Computerspiel erfinden müssen, berichten die «Freiburger Nachrichten».

- Statt Fisch könnten in der ehemaligen Melander-Farm in Oberriet schon bald andere Waren, vielleicht sogar Lebensmittel, produziert oder angeboten werden. Der Architekt Carlos Martinez soll ein Umnutzungskonzept erarbeiten, schreibt das St. Galler Tagblatt.

- Die Empfehlung der Kulturkommission der Stadt Chur, das Theaterprojekt von Wolfram Frank und seinem Theater Acéphale nicht zu unterstützen, hat zum Eklat in der Kommission geführt. Der Churer Architekt Martin Heim hat in einem Schreiben von Montag seinen sofortigen Rücktritt aus dem Gremium bekannt gegeben, berichtet die «Südostschweiz».

- Der 15 Millionen Franken teure Umbau der Axa-Mensa in Winterthur sei zum architektonischen Glücksfall geworden. Staufer & Hasler bringen den Pavillon zum Strahlen, schreibt der «Landbote».

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