20 Zentimeter Dämmung

Bei der Debatte um die Energiestrategie geht es laut ‹Basler Zeitung› nicht nur um Grosses, sondern auch um 20 Zentimeter Dämmung. Es handle sich um ein Lehrstück «über das Hin und Her beim Gesetzesschreiben». Resultat einer aufgrund föderalistischer Grundsätze vorgesehenen Streichung, die dann doch nicht vollzogen wurde: Weiterhin müssen die Kantone gesetzlich dafür sorgen, «dass eine zusätzliche Wärmedämmung von 20 Zentimetern bei der Berechnung von Gebäudehöhe und Abständen zu Nachbargrundstücken, Parkplätzen oder Strassen nicht mitgezählt wird».

Die ‹Basler Zeitung› sieht im Artikel 46, Absatz 3, Buchstabe d «ein Lehrstück über das Funktionieren schweizerischer Politik, über das Hin und Her beim Gesetzesschreiben». Bei der Debatte um die Energiestrategie 2050 ginge es nämlich nicht bloss um Milliarden an Subventionen, den Atomausstieg und die Wasserkraft, sondern «auch um 20 Zentimeter». Bei der Beratung des Nationalrats war die Streichung des per 1. Mai 2014 in Kraft gesetzten Passus beantragt worden. Dieser verpflichtet die Kantone, «dass eine zusätzliche Wärmedämmung von 20 Zentimetern bei der Berechnung von Gebäudehöhe und Abständen zu Nachbargrundstücken, Parkplätzen oder Strassen nicht mitgezählt wird». Auf diese Weise wurde nämlich in der Vergangenheit so manche Nachisolation der 1,6 Millionen bewohnten Gebäude der Schweiz verhindert. Gestern kam dann alles anders. Obwohl viele Politiker der Meinung waren, im Schweizer Föderalismus solle der Bund nicht die Kantone nicht verpflichten, Gesetze zu erlassen und dann auch noch vorschreiben, wie sie das im Detail zu tun hätten, folgte das Parlament dem Antrag des Zürcher Grünliberalen Martin Bäumle, auf die Streichung zu verzichten. Zwar sei die Regelung auf nationaler Ebene «nicht ganz sachkonform», doch sei es unsinnig, «diesen Passus zu streichen, wenn man Gebäudesanierungen erleichtern wolle».

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– Velos in der Stadt: Laut ‹Der Bund› will Bern zur sicheren Velostadt werden und schliesst Ende Jahr eine erste Markierungsphase mit rot gefärbten Radstreifen ab. Zürich dagegen treibt einen automatischen Veloverleih nach ausländischem Vorbild voran. Laut ‹NZZ› soll das Modell ab Mitte 2016 mit mindestens 1500 Fahrrädern das System «Züri rollt» ablösen.

– «Stadt und Clubbetreiber sehen Erfolge bei der Umsetzung des Konzepts Nachtleben», weiss ‹Der Bund› und berichtet über immer mehr Berner Ausgangswilligen und immer weniger Platz. In einem Kommentar fordert ‹Der Bund›, «der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung zu tragen».

– 250 Werke versammelt das Barbican-Kulturzentrum im London in einer umfassenden Ausstelung zur «Magie der Architekturfotografie». In der Schau sind Grössen der Zunft wie Iwan Baan, Bernd und Hilla Becher, Hélène Binet, Andreas Gursky, Lucien Hervé, Ed Ruscha und Thomas Strutz vertreten. Die ‹NZZ› hat war vor Ort.

– «Gemeinnützige Wohnungen im Zürcher Villenviertel», titelt die ‹NZZ› über ein Tauschvorhaben des Stadtrats. Dieser verkauft ein Areal in Höngg und erwirbt eines am Zürichberg. Dass er günstige Wohnungen plane, sei keine direkte Subvention, doch verrechne die Stadt der Trägerschaft nicht den vollen Landpreis. Der ‹Tages-Anzeiger› weiss, dass das Höngger Areal für günstigen Wohnungsbau «wegen der Topografie und der engen Platzverhältnisse» ungeeignet ist.

– Die ‹NZZ› berichtet über die Wunschliste der in sechs Planungsregionen strukturierten Kantone für den öffentlichen Regionalverkehr. Bis 2030 träumen diese «vom Viertelstundentakt in Genf bis zu einer neuen Linie St. Gallen-Arbon».

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