Was ist an dieser Siedlung falsch? Die Antwort hängt von der Perspektive ab.

Zum Beispiel die Siedlung Bergacker

Welche Alternativen gibt es zum Abriss einer Siedlung, in der 900 Menschen leben? Ein Konsortium aus Urban Equipe, In Situ, Mieter*innenverband und ETH-Studierenden hat Vorschläge.

Unscheinbar, aber wohnlich: Der Bergacker in Zürich-Affoltern steht für viele ähnliche Siedlungen aus den 1950er-Jahren. Ihr Problem: Sie sind zu wenig dicht. Deshalb wollen die Eigentümerinnen Swiss Life und Habitat 8000 die Häuser abreissen und Wohnraum für 1600 Menschen schaffen, wo heute 900 Menschen leben. Dem Bergacker geht es also an den Kragen wie zurzeit vielen Überbauungen. Städte und Agglomerationen bieten ein Wimmelbild von Bauprofilen. Begründet wird diese Ersatztaktik mit der raumplanerischen Innenentwicklung und gerne auch mit höheren Komfortansprüchen der Bewohnerinnen. Vor allem aber klafft ein Renditegraben zwischen dem gegenwärtigen und dem möglichen Ertrag der Grundstücke. Selbst eine sorgfältige Abwägung von Wohn- und Klimafragen wird deshalb bei den allermeisten Investorinnen zugunsten von Abriss und Neubau ausfallen – das zeigt etwa Pensimo mit seinen Mehrfamilienhäusern an der Zürcher Anton-Higi-Strasse. Wer will da eigentlich wirklich mehr? «Diese verbreitete Praxis erzeugt zwei gesellschaftlich drängende Probleme: Bezahlbarer Wohnraum und soziale Netze gehen verloren und jeder Ersatzneubau verstärkt die Klimakrise weiter aufgrund der hohen grauen Emissionen, die dabei freigesetzt werden.» Diese Diagnose stammt von einer Aktionsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern von Urban Equipe, Baubüro In Situ, dem Mieter*innenverband Zürich sowie ETH-Masterstudierenden. Auf Eigeninitiative statuieren sie am Bergacker ein Exempel: Sie haben die bauliche Situation analysiert, mit Bewohnerinnen und Eigentümern gesprochen, Alternativen zum Abbruch skizziert und Forderungen aufgestellt, wie mit Siedlungen wie dem Bergacker baulich umzugehen sei, damit die Veränderung sozial und ökologisch verträglicher wird. Eine Publikation – gedruckt und online – fasst die ernsthaften Vorschläge zusammen. Aus allem Lesenswerten sticht die Aussag...
Zum Beispiel die Siedlung Bergacker

Welche Alternativen gibt es zum Abriss einer Siedlung, in der 900 Menschen leben? Ein Konsortium aus Urban Equipe, In Situ, Mieter*innenverband und ETH-Studierenden hat Vorschläge.

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