Weissplan der Stadt Zürich auf dem Cover der Broschüre «Stadt für alle»

WTF ist BZO?

Die Revision der Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich liegt auf. Eine Arbeit von zwei Architekturstudierenden erklärt den Prozess und die Inhalte. Und sie fordert eine Verdichtung ohne Verdrängung.

Die Bau- und Zonenordnung (BZO) regelt parzellenscharf die Nutzung, die Grösse und Gestaltung der Gebäude einer Stadt. Die Stadt Zürich hat ihre BZO revidiert und legt sie gerade öffentlich auf. Alle Bürger*innen können sie einsehen und eine Einwendung schreiben. Nur: Was passiert bei einer öffentlichen Auflage? Was ist eine Einwendung? Und wie läuft eine BZO-Revision genau ab?

Mit solchen Fragen beschäftigten sich die ETH-Architekturstudierenden Julia Rezzonico und Eugen Wiskemann in einer Vertiefungsarbeit. In ihrer Broschüre schreiben sie: «Wir wollen die oft komplizierten Planungsprozesse entschlüsseln und die Vision einer Stadt Zürich stärken, in der Platz für alle ist.» Sie erklären und fordern ein.

Rote Schrift bedeutet in der Broschüre Meinung, blaue Schrift Information.

Im Zentrum ihres Blicks steht der angespannte Wohnungsbau in Zürich – und mit ihm ein Widerspruch der revidierten BZO: Einerseits fördert sie lokal eine starke Innenverdichtung – an Orten, wo vor allem Menschen mit geringerem Einkommen wohnen – andererseits möchte sie die soziale Durchmischung wahren. Verdichtung, so die Autor*innen, ziehe aber oft auch Verdrängung nach sich, Stichwort «Ersatzneubaufalle». Auch erklären sie die in der BZO-Revision geplante Mehrwehrtabgabe, einen Anteil an preisgünstigen Wohnungen bei einer Aufzonung.

Mit ihrer Publikation wollen Julia Rezzonico und Eugen Wiskemann informieren und die Debatte mitgestalten. Sie führten Interviews mit mehreren Akteuren aus Forschung, Verwaltung und Politik (die sie zusammenfassen und z.T. als Transkript anhängen), versammeln Dokumente, Forschungsarbeiten und Medienbeiträge. Die BZO-Revision möchten sie als Chance verstehen: «für mehr soziale Teilhabe und Inklusion».

Die Broschüre «Stadt für alle» von Julia Rezzonico und Eugen Wiskemann

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