Alle wissen es: Die Bevölkerung wächst – und sie braucht Wohnraum. Aber wie und wo sollen weitere 1,4 Millionen Menschen leben und arbeiten? Vittorio Magnago Lampugnani singt das Lob der Kleinstadt.
Wie die Schweiz wachsen kann (3/4)
Alle wissen es: Die Bevölkerung wächst – und sie braucht Wohnraum. Aber wie und wo sollen weitere 1,4 Millionen Menschen leben und arbeiten? Vittorio Magnago Lampugnani singt das Lob der Kleinstadt.
Fotos: Zoë Miserez (Illustration)
Gemäss mittlerem Szenario des Bundesamts für Statistik wächst die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz bis 2055 auf 10,47 Millionen an. Innerhalb von drei Jahrzehnten muss also zusätzlicher Wohnraum für knapp 1,4 Millionen Menschen entstehen – das entspricht immerhin dem Zehnfachen der Bevölkerung der Stadt Bern.
Dass dies eine immense städtebauliche und gesellschaftliche Herausforderung darstellt, liegt eigentlich auf der Hand. Trotzdem vermittelt das ‹Raumkonzept Schweiz 2050›, das die raumplanerischen Ziele von Bund, Kantonen und Gemeinden festlegt und im Jahr 2026 verabschiedet werden soll, den Eindruck, dass die absehbaren Veränderungen moderat und die anstehenden Aufgaben ohne Weiteres bewältigbar seien. Wir hingegen finden: Es braucht die offene Diskussion, es braucht Ideen, Bilder und konkrete Szenarien. Im Anschluss an unseren Artikel ‹Sag mir, wo die Wohnungen sind› (Hochparterre 8/ 2025) publizieren wir hier vier Meinungsbeiträge. Sie alle antworten auf die ebenso einfache wie vertrackte Frage: Wie und wo kann zusätzlicher Wohnraum für 1,4 Millionen Menschen entstehen?
Lob der Kleinstadt – für Verdichtung als regionalplanerische Strategie von Vittorio Magnago Lampugnani
Dichte – bauliche, vor allem aber soziale – ist die vornehmste Strategie, um vielen Menschen eine Wohnung zu bieten, ohne kostbaren Landschaftsraum mutwillig zu zerstören. Sie darf sich jedoch nicht auf die grossen Städte beschränken, sondern muss alle Siedlungsformen einbeziehen: von der Metropole über die Kleinstadt bis zum Dorf. Nur wenn die Strategie regional angewendet wird, wird Dichte wirklich effizient und nachhaltig.
Eine besondere Rolle spielt dabei die kleine oder mittelgrosse Stadt. Sie kommt in der Schweiz besonders zahlreich vor, bietet meist baulich intakte, reizvolle und ausgesprochen urbane historische Zentren und verfügt über einen ebenso substanz...
E-Mail angeben und weiterlesen:
Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt! Wir möchten Ihnen gerne Zugriff gewähren, obwohl dieser Beitrag Teil unseres Abos ist.