Alle wissen es: Die Bevölkerung wächst – und sie braucht Wohnraum. Aber wie und wo sollen weitere 1,4 Millionen Menschen leben und arbeiten? Stefan Kurath beschreibt, wie wir das Ziel erreichen.
Wie die Schweiz wachsen kann (1/4)
Alle wissen es: Die Bevölkerung wächst – und sie braucht Wohnraum. Aber wie und wo sollen weitere 1,4 Millionen Menschen leben und arbeiten? Stefan Kurath beschreibt, wie wir das Ziel erreichen.
Fotos: Zoë Miserez (Illustration)
Gemäss mittlerem Szenario des Bundesamts für Statistik wächst die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz bis 2055 auf 10,47 Millionen an. Innerhalb von drei Jahrzehnten muss also zusätzlicher Wohnraum für knapp 1,4 Millionen Menschen entstehen – das entspricht immerhin dem Zehnfachen der Bevölkerung der Stadt Bern.
Dass dies eine immense städtebauliche und gesellschaftliche Herausforderung darstellt, liegt eigentlich auf der Hand. Trotzdem vermittelt das ‹Raumkonzept Schweiz 2050›, das die raumplanerischen Ziele von Bund, Kantonen und Gemeinden festlegt und im Jahr 2026 verabschiedet werden soll, den Eindruck, dass die absehbaren Veränderungen moderat und die anstehenden Aufgaben ohne Weiteres bewältigbar seien. Wir hingegen finden: Es braucht die offene Diskussion, es braucht Ideen, Bilder und konkrete Szenarien. Im Anschluss an unseren Artikel ‹Sag mir, wo die Wohnungen sind› (Hochparterre 8/ 2025) publizieren wir hier vier Meinungsbeiträge. Sie alle antworten auf die ebenso einfache wie vertrackte Frage: Wie und wo kann zusätzlicher Wohnraum für 1,4 Millionen Menschen entstehen?
Wie wollen wir leben – und wie erreichen wir das Ziel? von Stefan Kurath Die 10-Millionen-Schweiz ist prognostiziert. Die Innenentwicklung ist gesetzlich festgeschrieben, die globalen Klimaziele sind seit 2015 ratifiziert. Der CO2-Ausstoss muss reduziert werden: weniger bauen, weniger abreissen, Ressourcen wiederverwenden; weniger reisen, weniger pendeln – und wenn doch, dann am besten zu Fuss, mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln und wenigstens elektrisch. Die Klimaanpassung verlangt nach Bäumen, Bäumen, Bäumen. Die Zutaten für die gebaute Welt von morgen sind also bekannt. Aber wie gelangen wir dorthin?
Soziologinnen und Geografen fordern «evidenz- und menschenzentrierte» Planung. Man müsse die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Menschen ernst nehmen. Schliessl...
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