Unter den Boden mit den Bedenken

Die Planung von ‹Cargo Sous Terrain› hat begonnen. Dass die gigantische unterirdische Güterverkehrsanlage die Umwelt schont, ist erst eine Behauptung.

Fotos: Cargo Sous Terrain

Die Planung von ‹Cargo Sous Terrain› hat begonnen. Dass die gigantische unterirdische Güterverkehrsanlage die Umwelt schont, ist erst eine Behauptung.

Rasch auf ‹Bestellen› klicken, um nebenbei die Dinge zu besorgen, die man braucht oder haben will: Einkaufen im Internet ist unkompliziert. Doch jeder Klick bedeutet ein weiteres Paket im Warenstrom, der täglich per Last- und Lieferwägen in Städte und Dörfer flutet. Und der Strom schwillt an. Die ‹Schweizerischen Verkehrsperspektiven 2050› rechnen für den Güterverkehr mit einer Zunahme von satten 31 Prozent. Alles werde wachsen, so die Auguren: Bevölkerung, Wirtschaft, Online-Handel. Es sind Prognosen wie diese, die Transportunternehmer und Detailhändlerinnen zu grossen Würfen nötigen oder verleiten, je nach Blickwinkel. Einer davon heisst ‹Cargo Sous Terrain› (CST): eine privat finanzierte, vollständig neu aufgebaute – genauer: neu gebohrte – Infrastruktur, die künftig 20 Prozent des Güterverkehrs automatisiert im Untergrund abwickeln soll. 2010 schoben Migros und Manor die Idee mit einer ersten Investition an. Heute verfügt die Firma ‹Cargo Sous Terrain› über 100 Millionen Franken, um die erste Etappe von Härkingen nach Zürich zu planen. Dieses Jahr im August ist das ‹Bundesgesetz über den unterirdischen Gütertransport› mit der lustigen Abkürzung UGüTG in Kraft getreten. Es definiert den rechtlichen Rahmen für die Planung und den Bau der neuen Infrastruktur sowie den Beitrag des Staates und macht damit die langjährige Vision zum Projekt. Jetzt muss das Bundesamt für Verkehr (BAV) den ‹Sachplan Verkehr, Teil unterirdischer Gütertransport› (SUG) erstellen, um die raumplanerischen Interessen der Firma CST, der Kantone und des Bundes abzugleichen, während die Kantone verpflichtet sind, dem System und seinen oberirdischen Anlagen in den Richtplänen Platz einzuräumen. Gigantischer Umfang und drohende Schieflage Die Idee oszilliert zwischen bestechend und unbekümmert: Wir haben keinen Platz mehr für den Güterverkehr? Dann verlagern ...

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?