Referendum gegen Metalli-Umbau in Zug
Das Einkaufszentrum Metalli soll umgebaut und teilabgebrochen werden. Gegen den Beschluss des Zuger Stadtparlaments läuft bis 19. Dezember ein Referendum der neu gegründeten IG Metalli.
Am 1. Dezember hat sich eine Interessengemeinschaft Metalli gebildet, welche das Referendum gegen den vom Grossen Gemeinderat der Stadt Zug beschlossenen Bebauungsplan Metalli ergreift. Die IG besteht aus Zuger Architekten, Kunstschaffenden und weiteren Personen. Sie setzen sich für die Erhaltung und respektvolle Verdichtung des postmodernen Einkaufszentrums mit Wohn- und Büronutzung ein. Bis zum 19. Dezember 2025 müssen mindestens 500 Unterschriften gesammelt werden, damit nächstes Jahr eine Abstimmung über den Bebauungsplan Metalli stattifnden kann. Auch der Zuger Heimatschutz engagiert sich für den Erhalt des Einkaufszentrums – das im Heimatschutz-Führer »Die Schönsten Bauten 1975-2000» ebenfalls einen Prominenten Platz hat. Es gehöre auf die Rote Liste der bedrohten Bauten. Das Metalli ist Teil des umfangreichen Bauerbes der Postmoderne im Kanton Zug, das gegenwärtig in eine Erneuerungsperiode gerät und über dessen Zukunft deshalb jetzt nachgedacht werden soll.
Die Vorwürfe des Zuger Heimatschutzes an den Bebauungsplan Metalli sind happig. Es handle sich dabei um eine eklatante städtebauliche Fehlentwicklung, die ausserdem ein wichtiges Versprechen gegenüber der Bevölkerung, nämlich die bessere Anbindung der Metalli an den Bahnhof, nicht einlöse. Kritik gibt es ebenso gegenüber dem Bewilligungsverfahren, insbesondere, dass die Stadtbildkommission nicht einbezogen worden sei.
Fehlende Debatte um Zuger Stadtentwicklung
Die Debatte ums Metalli ist im Zusammenhang der Zuger Ortsplanungsrevision zu sehen. Der Zuger Heimatschutz bemängelt, es fehle eine öffentliche Debatte, eine öffentliche Debatte, wie sich die Stadt Zug in Zukunft entwickeln solle und welchen Stellenwert identitätsstiftende baukulturelle Zeugen dabei erhalten sollen: «Rasantes Bevölkerungswachstum, hohe Renditeerwartungen, der Ruf nach Verdichtung und das legitime Bedürfnis nach günstigem Wohnraum führen dazu, dass zentrale Grundsätze einer qualitätsvollen Städteplanung in den Hintergrund treten oder vollends ausgeblendet werden», so der Zuger Heimatschutz in einer Stellungnahme.
IG Metalli Zug
Unterschriftenbögen und Informationen gibt es auf der Website der Interessengemeinschaft.