Hier entsteht jetzt doch kein neuer Bahnhof: Areal um Bahn, Seehofseeli und Parsennbahn in Davos. (Bild Olivia Aebli-Item)
Wie gelingt es, dass die Bevölkerung in Tourismusorten städtebauliche Grossprojekte unterstützt? Die Abstimmungen vom 30. November in Davos und St. Moritz zeigen: Schnell muss es gehen, dann überzeugt es.
Ortsplanung in Tourismus-Städten hängt von den Entscheidungen der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ab. Der vergangene Abstimmungssonntag zeigte zwei ganz verschiedene Ergebnisse. Woran liegt es, dass an einem Ort die Änderung gelingt, am anderen nicht? Beide Grossvorhaben, in Davos und St. Moritz, versprechen eine Verbesserung der aktuellen Situation, indem wichtige Nutzungen anders angeordnet und neu verteilt werden. Kommt es auf Persönlichkeiten, die Projektdauer oder die Kosten an? Sicherlich spielt Engagement und Drive eines Projekts eine Rolle, und dabei geht es wohl weniger um die Projekte selbst, als um das Darumherum.
Davoser Nein zum neuen Bahnhof Davos wollte einen Neuanfang beim Verkehr wagen. Das sah das Projekt vor, das den Bahnhof Davos Dorf hin zur Talstation der Parsennbahn verschieben wollte (Hochparterre berichtete hier und hier). Was lange geplant und durchgedacht wurde, schmetterte die Abstimmung vom vergangenen Sonntag mit nur 83 Stimmen Differenz ab. Es gibt keinen Projektierungskredit, und vorläufig also auch keinen keinen neuen Bahnhof. Der bestehende wird von der RhB behindertengerecht ausgebaut, doch die weiteren Verkehrsprobleme im Winter sind damit nicht vom Tisch. Nach wie vor wird es eher mühsam bleiben, vom Zug zum Skigebiet zu gelangen, und der Stau bei den beiden Bahnübergängen mitten im Ort wird ebenfalls nicht kleiner. Gefragt nach den Gründen für die Ablehnung nennt die ‹Südostschweiz› in einem Artikel vor allem die lange Projektierungszeit. Ist das ein allgemeines Verdikt gegen langdauernde Projekte? Sicherlich ist es schwieriger, diese über lange Zeit überzeugend zu vertreten und das Feuer für eine grosse Veränderung, die dem Ort zugute kommt, am Brennen zu halten. Es ist zumeist einfacher und vorgeblich günstiger, beim Status quo zu bleiben.
St. Moritz wagt die Änderung Die zweite Bündn...
Grossprojekte in Bergstädten
Wie gelingt es, dass die Bevölkerung in Tourismusorten städtebauliche Grossprojekte unterstützt? Die Abstimmungen vom 30. November in Davos und St. Moritz zeigen: Schnell muss es gehen, dann überzeugt es.
02.12.2025 16:02