Redaktorin Maarit Ströbele (rechts) mietet bei kommerziellen Institutionellen, Redaktor Joris Jehle trägt mit seiner Monatsmiete zum Gewinn der Fundamenta Real Estate bei.
Am 28. September stimmen wir über das Ende des Eigenmietwerts ab. Ein Ja brächte einen Steuerverlust von 2,5 Milliarden Franken und Risiken für Klima und Wohnraum.
Diesen Monat stimmen wir über den ‹Bundesbeschluss über die kantonalen Liegenschaftssteuern auf Zweitliegenschaften› ab und damit indirekt über die Abschaffung des Eigenmietwerts – die Steuer für selbstbewohntes Eigentum. Steuerabzüge für Schulden und Investitionen sollen abgeschafft sowie eine neue Zweitwohnungssteuer eingeführt werden. Gemäss Annahmen der Raiffeisen-Bank würden vor allem wohlhabende Haushalte mit wenig Fremdkapital sowie Ersterwerber, teils auch Pensionierte, von der Reform profitieren. Da zudem Renovationen nicht mehr abzugsfähig wären, hätten Besitzerinnen von älteren Liegenschaften kaum Vorteile. Diverse Verbände befürchten deshalb ausbleibende ökologische Sanierungen. Doch vielleicht am wichtigsten: Der Bund rechnet mit Steuerverlusten von rund 2,5 Milliarden Franken. Und dies, obwohl er überall spart – ausser bei der Rüstung – und die Finanzierung der 5 Milliarden Franken für die 13. AHV-Rente nicht abschliessend geklärt ist. In der Abstimmungsvorlage fehlt ein Vorschlag für die Kompensation der Steuerverluste. Entsprechend ist mit Steuererhöhungen zu rechnen – für wen, das ist offen.
Eigenmietwert – eine total veraltete Idee Doch weshalb müssen Eigenheimbesitzer eine fiktive Mieteinnahme als zusätzliches Einkommen versteuern? Aus Fairness gegenüber den Mietenden, damit alle gleich leiden? Sogar aus der Sicht von Mietenden mutet der Eigenmietwert seltsam an. Er kann gerade tiefe Haushaltseinkommen stark belasten. Die Steuer wurde 1934 bundesweit per Notrecht eingeführt, um während der Weltwirtschaftskrise Einnahmen zu generieren. Als Ausgleich wurden später Steuerabzüge für Renovationen oder Hypothekarschulden eingeführt. Heutzutage werden Hypotheken meist so angesetzt, dass sich Eigenmietwert und Steuerabzüge ausgleichen – ein Nullsummenspiel für die Eigentümerinnen, mehr Kredite für die Banken. Privatper...
Ein teures Ende des Eigenmietwerts
Am 28. September stimmen wir über das Ende des Eigenmietwerts ab. Ein Ja brächte einen Steuerverlust von 2,5 Milliarden Franken und Risiken für Klima und Wohnraum.
02.09.2025 08:00