Der Zug für die metropolitane Schweiz

Die Schweizerischen Bundesbahnen schicken 60 neue Züge auf die Schienen. Der Interregio-Doppelstockzug ‹IR Dosto› soll der 10-Millionen-Schweiz gerecht werden.

Die Schweizerischen Bundesbahnen schicken 60 neue Züge auf die Schienen. Der Interregio-Doppelstockzug ‹IR Dosto› soll der 10-Millionen-Schweiz gerecht werden.

Hochgeschwindigkeitszüge und Nachtzüge, die von der Schweiz ins Ausland fahren, mögen die Schlagzeilen dominieren. Die Musik, bei der die Eisenbahn wirklich Akzente setzen kann, spielt aber im Inland. Hier erobert eine neue Generation von SBB-Zügen mit der Zurückhaltung untadeliger Gastgeber die Schienen: der Interregio-Doppelstockzug ‹IR Dosto›. Und das dort, wo die Schweiz am stärksten wächst: in den Metropolregionen Zürich und Basel sowie am Genfersee auf Linien über mittlere Distanzen von bis zu 100 Kilometern. Dabei sind die neuen Züge mit einer Geschwindigkeit von maximal 160 km / h unterwegs, zwischen den einzelnen Stopps liegen selten mehr als 25 Kilometer. Die Züge machen dabei auch in Vorstadtbahnhöfen und kleinen Städten Station. Aus einer Art Not geboren 2024 und 2025 haben die neuen Doppelstockzüge den Regionalexpress RE 48 (Zürich–Bülach–Schaffhausen) sowie die Interregio-Linien IR 36 (Zürich–Baden–Rheinfelden–Basel) und IR 37 (Zürich–Lenzburg–Aarau–Liestal-Basel) übernommen. Ab 2026 sollen sie auch zwischen Luzern, Zug und Zürich, zwischen Zürich und dem Kanton St. Gallen oder am Genfersee als Regionalexpress RE 33 (Annemasse–Genf–Nyon–Lausanne–Montreux–Martigny) eingesetzt werden. Dabei sind die neuen Züge von Stadler Rail drauf und dran, zur Visitenkarte einer Staatsbahn zu werden, nach der man bei einem Pünktlichkeitswert von 93,2 Prozent wieder die Uhren richten kann. Je nach Betrachtungsweise ist es Ironie oder Logik der Geschichte, dass diese Züge aus einer Art Not heraus beschafft wurden. In den 2010er-Jahren hatte die SBB danach gestrebt, sich zu einem umfassenden Mobilitätskonzern zu mausern. Dafür streckte sie die Fühler Richtung neuer Tätigkeitsfelder aus und engagierte sich für Kooperationen mit Auto-Mitfahrzentralen oder Fintech- und Tourismus-Start-ups. Gleichzeitig bekundete sie immer mehr Mühe, de...

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