Zwei Publikationen, eine Botschaft: Der Baubestand ist kein Hindernis, sondern einer der Schlüssel zur nachhaltigen Gesellschaft.

Zukunftsfähig dank der Ressource Baubestand

In zwei Publikationen präsentieren die Agenten der Baukultur fundiertes Wissen über Verdichtung und Energiewende. Raumplaner und Energiehungrige sollten sich mit der Ressource Baubestand beschäftigen – und die Broschüren lesen!

Zwei Artikel der aktuellen Ausgabe 11/2015 von Hochparterre behandeln die Lage der Denkmalpflege. Der Baubestand ist unter Druck und dahinter stecken nebst kulturellen Gründen viel Unwissen über seine Bedeutung für die keineswegs gegensätzlichen Ziele von Energiewende und Verdichtung. Zwei Publikationen des Heimatschutzes versuchen nun die Debatte zu beleuchten.Da ist zunächst die 75 Seiten starke Schrift ‹Akzent Baukultur: Energie› des Berner Heimatschutzes. Der Effort ist bemerkenswert und das Konzept verständlich: zunächst Beiträge von in Verwaltungsprozesse Involvierten, dann Beispiele. Interessant für den baukulturell kundigen Leser sind die fachfremden Beiträge, etwa jener von Landschaftsschutz-Ikone Raimund Rodewald über die Wasserkraft, bei welcher er eine Abkehr von der Förderung von Kleinkraftwerken fordert und Mut zu neuen Grossprojekten.Baukulturell bleibt das Heft vielerorts vage bis banal. Solarstrom auf geeigneten Dachflächen und ohne die verwinkelten Flächen der Baudenkmäler reiche allein für die Ausbauziele des Bundesrats bis 2050 und so bedürfe es keiner ausgebauten Wasserkraft und keiner Waldrodung für Windkraft, heisst es zu Beginn vereinfacht. Die Menschheit könne nicht nur an Energiemangel, sondern auch an Kulturlosigkeit verenden, heisst es später pathetisch. Wo Energiemassnahmen am Baubestand nicht ohne signifikante Veränderungen möglich seien, müssten andere Wege gesucht werden, heisst es schliesslich platt.Immerhin finden sich in der Schrift ein interessantes Essay über den «Wegwerfartikel Fenster» und Besprechungen gelungener Sanierungen: Ein Zürcher Hochhaus von 1960 wird dank rückbaubar verglasten Balkonen hohen energetischen Ansprüchen gerecht. Ein Berner Blockbaus von 1908 zeigt den Erhalt von Baukultur im Kleinen, wie man Bauteile radikal weiterverwenden kann.Wie man nicht nur in Beispielen, sondern auch im Allgemeinen die ...
Zukunftsfähig dank der Ressource Baubestand

In zwei Publikationen präsentieren die Agenten der Baukultur fundiertes Wissen über Verdichtung und Energiewende. Raumplaner und Energiehungrige sollten sich mit der Ressource Baubestand beschäftigen – und die Broschüren lesen!

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