Im Park beim Landesmuseum erklärt Okbeab: «Auch ein Geflüchteter geniesst gerne mal einen schönen Abend.» Macht Sinn - leider nicht für alle.

Zürich mit den Augen eines Flüchtlings

Eine Stadtführung des Vereins ‹Architecture for Refugees› zeigt, wie sich ein Migrant durch die Stadt Zürich bewegt und was er dabei wahrnimmt. Welche Räume sind prägend und was für eine Rolle spielt der Architekt?

Die Stadtführung des Vereins ‹Architecture for Refugees› zeigte vergangene Woche, wie sich Zürich aus den Augen eines Flüchtlings präsentiert: Wie bewegt sich ein Migrant durch Zürich, was nimmt er dabei wahr? Welche Räume sind prägend? Wir starten am Lindenhof Richtung Norden, Okbaab führt uns an. Er selbst ist 2008 aus Eritrea in die Schweiz geflüchtet. Nach 2 Jahren bekam er endlich den Bescheid, bleiben zu dürfen. 2012 begann er eine Lehre als Logistiker, heute arbeitet er für die Stadt Zürich. In der restlichen Zeit beschäftige er sich mit anderen Flüchtlingen, vor allem Minderjährigen will er Hilfe anbieten. 
Auf der Führung wolle er uns erklären, welche Orte für Geflüchtete von Bedeutung sind. Er legt uns ans Herz, Gespräche mit Unbekannten zu suchen. Vor allem wollen sie den Dialog zwischen Einheimischen und Migranten fördern. «Es bricht mir das Herz, was die Medien schreiben», sagt Okbaab. Wir sollen uns ein eigenes Bild verschaffen. Der erste Halt bei der Pestalozzi Bibliothek: Okbaab erzählt uns, wie froh die meisten Migranten um diese Institution sind. Vor allem die Bilderbücher helfen nicht nur Kindern, sondern auch den Erwachsenen einen Zugang zur Sprache zu finden: «Was ist Pipi Langstrumpf?» Hier konnte er den ersten Kontakt zu einer fremden Kultur finden. «Hier ist die Tür offen» sagt er. «Wie können wir uns integrieren, wenn die Türen geschlossen sind?»
Weiter geht es über das Central durch den Hauptbahnhof. Unterwegs lerne ich Ali kennen. Aufgewachsen ist er in Belutschistan. Er erzählt mir, wie er von der pakistanischen Regierung bedroht worden sei, nachdem er Demonstrationen zur Unabhängigkeit organisiert hatte. Als immer mehr Leute einfach verschwanden oder tot aufgefunden wurden, flüchtete er. 2009 zunächst nach Oman, 2012 dann in die Schweiz. Gefangen in der Warteschlange, durfte er seither nicht arbeiten....
Zürich mit den Augen eines Flüchtlings

Eine Stadtführung des Vereins ‹Architecture for Refugees› zeigt, wie sich ein Migrant durch die Stadt Zürich bewegt und was er dabei wahrnimmt. Welche Räume sind prägend und was für eine Rolle spielt der Architekt?

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