Windkraftwerke sind in den letzten Jahren nicht nur zahlenmässig gewachsen, sondern auch in die Höhe. Die Turbine der Grosswindenergieanlage bei Trimmis zum Beispiel liegt auf 119 Metern, die Rotorblätter erreichen 175 Meter. Fotos: Institut Urban Landscape ZHAW

Wind, Wald und Wiese

Winterthurer Forscher zeigen, wie sich Windenergieprojekte am besten in die Landschaft einbetten lassen. Doch der Konflikt zwischen Windkraft und Landschaftsschutz bleibt.

Heute sind in der Schweiz 35 Grosswindenergieanlagen (GWEA) mit mehr als hundert Kilowatt Leistung in Betrieb. Dazu kommen noch einmal so viele kleinere Windturbinen. Gemäss der bundesrätlichen Energiestrategie 2050 ist das erst der Anfang. Zwischen 600 und 800 Anlagen sollen bis in dreissig Jahren Strom ins Netz einspeisen. Das provoziert Konflikte mit dem Landschaftsschutz. Denn verstecken lassen sich die Turbinen, meist als Windpark zu sechs bis zehn Anlagen gruppiert, je länger, desto weniger. Neben der wachsenden Zahl sind die Masten immer höher geworden: Lag die Nabenhöhe 1990 noch bei fünfzig Metern, betrug sie 2000 bereits das Doppelte. Die GWEA Haldenstein im bündnerischen Trimmis aus dem Jahr 2012 kommt auf 119 Meter Nabenhöhe und inklusive Rotorblätter auf 175 Meter.Umfassende Betrachtung, Ästhetik inklusiveDer Bund will mit dem neuen ‹Konzept Windenergie› siehe ‹Der Bund empfiehlt›, Seite 29 den rechtlichen Rahmen abstecken und die Kantone als Raumplanungsbehörde in die Pflicht nehmen. Die baurechtliche Bewilligung obliegt den Gemeinden. «Dabei machen es sich die Initianten häufig etwas zu einfach. Sie liefern den Gemeindebehörden neben Windmessungen und Businessplan bloss ein paar Visualisierungen», sagt Anke Domschky. Die Landschaftsarchitektin mit Zweitstudium in Urban Studies ist Dozentin am Institut Urban Landscape (IUL) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Dass es Grosswindenergieanlagen in Gemeindeabstimmungen immer wieder schwer haben, verwundert sie nicht. «Wir müssen mehr Zeit investieren, um den Perimeter integral zu untersuchen und in Varianten zu denken.»Das Zauberwort heisst morphologische Betrachtungen. Sie bilden den Kern der Studie ‹Windenergie in der urbanisierten Landschaft›, die Anke Domschky und ihre Institutskollegin Nina Sommer im Auftrag des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (EWZ) erarbeitet h...
Wind, Wald und Wiese

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