Zugfest Richtung Zukunft: Eine mit Bambus armierte Betonplatte. Fotos: Professur Dirk E. Hebel, ETH Zurich / FCL Singapore

Werkzeuge für eine bessere Stadt

Seit vier Jahren forscht die ETH Zürich am Future Cities Laboratory in Singapur an der urbanen Zukunft. Eine Ausstellung und ein Symposium in Zürich zeigen Resultate.

Seit vier Jahren forscht die ETH Zürich am Future Cities Laboratory in Singapur an der urbanen Zukunft. Was haben die 120 Wissenschaftler herausgefunden? Eine Ausstellung und ein Symposium in Zürich geben Antworten. Metropolen boomen weltweit, doch ihr Wachstum ist nicht nachhaltig. Die Bevölkerung explodiert, der Verkehr kollabiert, das Klima überhitzt, Luft und Wasser sind verschmutzt, das soziale Gleichgewicht angespannt. Entsprechend breit sind die Analysen des FCL, sie reichen vom Verkehrsingenieur bis zum Soziologen, vom Backstein bis zur Raumplanung. Das FCL ist ein Forschungslabor, hier wird getüftelt und experimentiert. Die Resultate sind darum keine fixfertigen Entwürfe für die Tabula rasa, sondern Werkzeuge, um die ächzende Stadt gezielt zu justieren.Zum Beispiel mit alternativen Materialien: Architekten bauen Häuser aus gestampftem Stroh oder gepresster Erde. Professor Dirk E. Hebel armiert Beton mit Bambusfasern oder verwendet Abfall als Baustoff, so dass aus PET-Flaschen Wandelemente entstehen. Das Ziel ist klar: Die globalen Warenflüsse sollen durch lokale Ressourcenkreisläufe ersetzt werden. Viele Forschungen drehen sich um das Hochhaus, Verdichten ist schliesslich das Gebot der Stunde. Ingenieure haben die Haustechnik minimiert, die unter der Decke wuselt, so dass sie nun drei Geschosse stapeln können, wo früher nur zwei Platz hatten. Eine andere Studie untersucht, wie öffentliche Plätze über dem Boden angelegt werden können. Und im Zentrum der Ausstellung stiehlt ein Roboter allen anderen die Schau: Er bastelt ein Papiermodell eines Hochhaushügels, das wie ein organisch geschwungenes Kartenhaus aussieht. Was der Zweck solcher Demonstrationen ist, bleibt unklar. Auch andere Projekte erinnern eher an technische Spielereien, etwa der virtuelle Rundgang durch ein hochwasserbedrohtes Quartier. Datengestützte Simulationen scheinen aber grundsätzlich vielve...
Werkzeuge für eine bessere Stadt

Seit vier Jahren forscht die ETH Zürich am Future Cities Laboratory in Singapur an der urbanen Zukunft. Eine Ausstellung und ein Symposium in Zürich zeigen Resultate.

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