Bald ist der Hafenkran weg. Er wird auch eine städtebauliche Lücke hinterlassen. Fotos: Zürich Transit Maritim

Was tun mit der Lücke?

Der Zürcher Hafenkran wird abgebaut. Ein Podium der Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (AG KiöR) zog am Montagabend eine zweischneidige Bilanz: Die heftigen (politischen) Diskussionen um das Kunstwerk hat es als wertvoll taxiert, doch ob ein weiteres, ähnliches Projekt in Zürich noch Chancen auf Realisierung hat, liess es offen.

Held des Abends – wider Willen – war SVP-Gemeinderat und Hafenkran-Gegner Mauro Tuena. Denn Hafenkran-Co-Autor Jan Morgenthaler kehrte den gegen ihn gerichteten SVP-Spiess überraschend um und machte den Kopf des politischen Widerstands kurzerhand selbst zum Leuchtturm: «Sie waren ein verlässlicher Begleiter. Es ist einmalig, Herr Tuena, dass Sie selber zum Kunstwerk geworden sind. Was immer Sie sagen, Sie sind Teil des Projekts.», so Morgenthaler. Dem polternden Fraktionschef SVP blieb ob der neuen Rolle als Projekt-Mittäter kurzerhand die Spucke weg. Das war wohl der grösse von vielen Lachern am Podium vom Montagabend im Kulturhaus Helferei, welches das Ende der wohl breitesten Kunst-im-öffentlichen-Raum-Diskussion der letzten Jahre in Zürich besiegelte. Die breit angelegte Gesprächsrunde war zwar unterhaltsam und spannend, doch blieb sie mehr Ventil für angestauten Ärger und Freude, als Blick nach vorne. Einig waren sich – wenig überraschend – alle Teilnehmer, dass die Debatte und Polemik um den Hafenkran Teil des Projektes war und «eine Sensibilisierung für Veränderung in breiten Teilen der Bevölkerung hergestellt hat», so Christoph Doswald, Vorsitzender der AG KiöR. Die 600000 Franken, die der Steuerzahler dafür bezahlt, waren es Tuena selbstverständlich nicht wert. Er sah das Positive an der Diskussion vor allem darin, dass «die jetzige Stadtregierung so ein Projekt nicht wieder vorschlagen wird». Davon ist Tuena überzeugt und er könnte damit am Schluss noch Recht haben. Der Zweifel ob der Nachhaltigkeit der Diskussion um den öffentlichen Raum, ist berechtigt. Denn das ursprüngliche Ziel des Projektwettbewerbs war ja, den Fokus auf den Ort zu lenken. Denn für die Terrasse der ehemaligen Fleischhalle am Limmatquai wurden schon mehrere Projekte entwickelt – alle blieben sie aber in der Schublade liegen. Auch keinen Vorschlag hat...
Was tun mit der Lücke?

Der Zürcher Hafenkran wird abgebaut. Ein Podium der Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (AG KiöR) zog am Montagabend eine zweischneidige Bilanz: Die heftigen (politischen) Diskussionen um das Kunstwerk hat es als wertvoll taxiert, doch ob ein weiteres, ähnliches Projekt in Zürich noch Chancen auf Realisierung hat, liess es offen.

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