Vision Mulegns – Projekte für ein aussergewöhnliches Dorf Fotos: zVg

Vision Mulegns

Studierende der Universität Liechtenstein entwickeln das Bündner Dorfs Mulegns und sein legendäres Posthotel weiter.

Wer heute durch Mulegns fährt, nimmt das Dorf aufgrund des Engpasses der Julierstrasse oft nur als Hindernis war. Dabei ist es eines der ursprünglichsten Passdörfer in Graubünden. Zur Blütezeit des Postkutschenverkehrs im 19. Jahrhundert diente Mulegns als Wechselstation für die Pferde, das Dorf zählte rund 150 Einwohner. Von jener Blützeit zeugt das Posthotel Löwen, ein klassizistischer Hotelbau mit einem Jugendstilsaal im Anbau – eine der wenigen noch authentisch erhaltenen Bauten aus den Anfängen des Hotelbaus in Graubünden.

Heute zählt Mulegns noch 30 Einwohner, das Hotel wird seit über 10 Jahren von der Besitzerfamilie Willi nur noch als Garni geführt. Ein Ort zum Aufgeben ohne Potenzial? Der Bündner Heimatschutz und der Verein Parc Ela wollten Zukunftsvisionen kreieren statt resignieren. Sie finanzierten die Aufnahme von Plänen des Posthotels als Grundlage für eine Sanierung mit Rücksicht auf die wertvolle Bausubstanz. Und der Churer Architekt Conradin Clavuot entwarf mit Architekturstudierenden der Universität Liechtenstein Projekte, die ausgehend vom Posthotel neue Entwicklungsmöglichkeiten für Mulegns aufzeigen. Diese Arbeit wurde finanziell von der Gemeinde Mulegns und dem Verein Parc Ela unterstützt.

Die entstandenen Projekte werden nun an einer Ausstellung im ursprünglich erhaltenen Jugendstilsaal des Posthotels in Mulegns gezeigt. Pferdeferien oder Handwerkdorf? Ein römisches Bad oder ein Dorf für Kinder? «Vision Mulegns – Projekte für ein aussergewöhnliches Dorf» führt in detaillierten Entwürfen vor Augen, dass in Mulegns vieles möglich wäre. Damit es Wirklichkeit wird, ist der erste Schritt getan: Nachdenken über Möglichkeiten. Ein Think Tank mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur unter Federführung von Conradin Clavuot und unter dem Patronat von Ständerat Stefan Engler will Wege suchen, um die aufgezeigten Visionen ein Stück näher zur Realität zu bringen. 

Kommentare

Jürg Eggenberger 19.06.2012 16:05
Leider habe ich bis zum 30. Juni noch keine Möglichkeit die Ausstellung zu besuchen. Unsere Wohnung in Savognin ist bis dann anderweitig belegt, so dass wir selber erst nach diesem Datum wieder im Surses sind. Ich meinte, man sollte doch die Ausstellung sowieso über die Sommerferienzeit verlängern. Damit könnte man das Angebot für die Gäste, die ja erst kommen, zusätzlich bereichern.
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