Raus zu de Lüt müssten die Planer jetzt, sagte alt Regierungsrätin Susanne Hochuli. Neben ihr sind Bibergeil-Mitglied Lukas Zumsteg (links) und Stadtwanderer Benedikt Loderer zu sehen. Fotos: René Rötheli

Strategische Geduld

In Brugg stellte die Aargauer Architektengruppe Bibergeil ihren zweiten «Anzeiger» zu ihren raumplanerisch-städtebaulichen Ideen vor. Die Planer müssten jetzt raus «zu den Lüt», sagte alt Regierungsrätin Susanne Hochuli.

Wieder war das Haus voll, als die Aargauer Architektengruppe Bibergeil rief. Es kamen nicht ganz so viele wie bei der ersten Veranstaltung, Hochparterres «Städtebau-Stammtisch» vor knapp zwei Jahren in Lenzburg. Damals war alles noch neu und die Leute waren neugierig auf die ambitionierte Studie der beteiligten Architekturbüros Liechti Graf Zumsteg, Schneider & Schneider Architekten und Meier Leder Architekten sowie des Studio Vulkan Landschaftsarchitektur: Ein raumplanerisch-städtebauliches Projekt, das Kleinstädte, Agglomeration, Landwirtschaft und Landschaft miteinander versöhnen sollte – jene Komponenten also, aus denen der Aargau zusammengesetzt ist.Dieses Mal ging es im Salzhaus in Brugg um die Konsolidierung der Reaktionen. Die Gruppe Bibergeil erntete für ihren mutigen Schritt viel Lob in der Fachpresse und zum Teil harsche Kritik vom Rest der Welt. Kein Wunder, propagierten sie doch so verrückte Dinge wie «Selektives Wachstum»: dass also nicht jede Gemeinde nach eigenem Gusto so viel Steuersubstrat anlocken dürfe wie sie wolle. Offenbar fiel sogar das Wort «Nordkorea», aber das muss einen nicht weiter beeindrucken. Landeigentümer sind empfindsame Mitbürger und wollen mit ihren Ängsten ernst genommen werden. Für alle anderen gilt: Man muss sich in «strategischer Geduld» üben – ein Begriff übrigens, der im Zusammenhang mit der Politik gegenüber Nordkorea gerne verwendet wird.Anständig wie sie sind, luden die Architektinnen und Architekten (neu mit dabei ist der Landschaftsarchitekt Rainer Zulauf) Freundinnen und Kritiker ihrer Ideen zu vier Tischgesprächen ein. Die Essenz der Gespräche destillierten sie in einer Zeitung, dem «Bibergeil-Anzeiger No.2», den sie nun in Brugg präsentierten. Stadtwanderer Benedikt Loderer nahm im Salzhaus den Ball auf und übte Blattkritik, las den Verfasserinnen und Verfassern aber nur in Details die Leviten, ...
Strategische Geduld

In Brugg stellte die Aargauer Architektengruppe Bibergeil ihren zweiten «Anzeiger» zu ihren raumplanerisch-städtebaulichen Ideen vor. Die Planer müssten jetzt raus «zu den Lüt», sagte alt Regierungsrätin Susanne Hochuli.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?