Wie wird die Birsstadt zur Stadt? Thema des Städtebau-Stammtischs am 4. September 2013 Fotos: Derek Li Wan Po

Schub für die Birsstadt

Im Süden Basels reift die Idee der Birsstadt. Die acht Gemeinden von Birsfelden bis Pfeffingen zählen 87'500 Einwohner und wollen nun ihre Raumplanung gemeinsam angehen. Wird die Birsstadt zum Modellfall einer Agglomerationsstadt? Hochparterre und das ETH Studio Basel laden an den Städtebau-Stammtisch.

Doppelstern nennt es die Astronomie, wenn sich zwei Sterne am Himmel nahe stehen und umkreisen. Eine Beobachtung, die auch in die Städtelandschaft passt: Agglomerationen werden zu Gegengewichten der Kernstädte, zu deren Nachbarsternen. Basel und die Birsstadt sind ein solcher Doppelstern: Politisch getrennt, doch funktional in vielem abhängig. Zur Birsstadt zählen die acht Gemeinden Birsfelden, Muttenz, Münchenstein, Reinach, Arlesheim, Dornach, Aesch und Pfeffingen im Birsstal. Sie zählen zusammen 87'500 Einwohnerinnen und Einwohner – und sie werden weiter wachsen, denn sie sollen einen wesentlichen Teil des Bevölkerungswachstums aufnehmen, das für die Region vorhergesagt ist; zudem ist die Birsstadt ein wichtiger Standort für Arbeitsplatzgebiete. Bisher haben die acht Gemeinden ihre Planung nicht koordiniert. Das führte zum Beispiel dazu, dass ihre Zonenpläne ein Ungleichgewicht von 20'000 möglichen Arbeitsplätzen gegenüber nur 4000 möglichen Wohnungen aufweisen.
Bereits denken verschiedene Köpfe über die Zukunft der Birsstadt nach. So hat das ETH Studio Basel unter der Leitung von Jacques Herzog und Pierre de Meuron eine räumliche Studie erarbeitet, wie die Birsstadt zu einer kohärenten und prägnanten Stadtgestalt kommen kann. Sie umfasst vier Teile: Die Tramlinien 10 und 11 werden zu einem Ringtram geschlossen, wodurch auch die Siedlung stärker zusammenhängend wahrgenommen wird. In deren Mitte entsteht ein grosser zentraler Park; die unterentwickelten Querverbindungen im Tal werden zu Boulevards ausgebaut, und die Siedlung wird punktuell stark verdichtet. Das Projekt wird in den Legenden zu den hier sichtbaren Bildern weiter erklärt.

Nun wollen die acht Gemeinden eine Regionalplanungsgruppe RPGL gründen und ihre Raumplanung nicht nur koordinieren, sondern gemeinsam führen. Was darf, was muss diese RPGL leisten? Wie soll sie vorgehen? Wie wird die Birsstadt zur Stadt – räumlich und funktional? Welche Art von Stadt ist hier, in der Agglomeration, möglich – und richtig? Solche Fragen sind auch in anderen Agglomerationen interessant und dringen – in der Birsstadt gilt es sie demnächst zu klären. Aus diesem Anlass laden Hochparterre und das ETH Studio Basel an den Städtebau-Stammtisch. Das Studio Basel stellt sein Projekt vor. Danach diskutieren u.a.: Urs Hintermann, Gemeindepräsident Reinach, Jacques Herzog, ETH Studio Basel, Martin Kolb, Kantonsplaner Basel-Landschaft, Susanne Fischer, Leiterin der Raumentwicklung Kanton Basel-Stadt. JETZT ANMELDEN.

Kommentare

Martin Huber 06.08.2013 08:07
Amt für Raumplanung BL
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