Das Raumkonzept Schweiz im Entwurf für die tripartite Konsultation

Raumkonzept: Die Sprache des eidgenössischen Sollens

Man muss auf die Sprache achten, dann ist das Raumkonzept Schweiz eine Fundgrube. Es beginnt mit der neuen Heilsformel des schweizerischen Staatsaufbaus: Bund, Kantone, Städte und Gemeinden. Immerhin, doch wie lange wird es noch dauern bis die Wirklichkeit ungeschminkt auftritt und es heisst: Bund Kantone und Agglomerationen?

Man muss auf die Sprache achten, dann ist das Raumkonzept Schweiz eine Fundgrube. Es beginnt mit der neuen Heilsformel des schweizerischen Staatsaufbaus: Bund, Kantone, Städte und Gemeinden. Immerhin, doch wie lange wird es noch dauern bis die Wirklichkeit ungeschminkt auftritt und es heisst: Bund, Kantone und Agglomerationen? Doch die wichtigste sprachliche Neuschöpfung ist der Funktionsraum, auf Bundesdeutsch heisst er Handlungsraum. Daran orientiert sich das Denken mit interdisziplinärer Handlungsweise und tripartiter Partnerschaft, ab sofort wird alles gemeinsam bewältigt.Dann sind die Eigenschaftswörter vielsagend und vielverschweigend: behutsam, sorgfältig, gezielt, qualitätsvoll, innovativ, optimal zum Beispiel. Alles Wörter erster Güte und mit ermahnendem Klang. Die tripartiten Mitspieler werden zur Zusammenarbeit aufgefordert und ihnen wird empfohlen künftig projektorientiert und überregional zu arbeiten, das sektorale Denken zu überwinden. Die Wendung «ist zu» oder «sind zu» ist der sprachliche Grundstein des Raumkonzepts. Dabei gibt es zwei Sorten zu: die vorwärts schreitenden und die bewahrenden. Die ersten zu bauen auf wie zu entwickeln, zu integrieren, zu  stärken, fördern, nutzen, steuern, gestalten, ermöglichen, positionieren, verbessern, schaffen, dann verständlicherweise auch Gewinn zu ziehen und profitieren zu lassen. Dabei ist immer sorgfältig abzuklären, zu berücksichtigen, zu prüfen, anzustreben, gegeneinander abzuwägen, zu gewährleisten, dass das Gute nicht Schaden nehme. Dafür sind die bewahrenden Zu vorhanden, die mit einem nicht oder ohne verbunden sind: ohne unverhältnismässig zu mindern, nicht zu belasten, nicht zu gefährden, denn es gilt aufrecht zu erhalten und abzustimmen.Es herrscht der Predigtton des eidgenössischen Sollens. Denn ein eidgenössisches Müssen gibt es nicht. Man kann den Kantonen nur gut zureden, ihnen e...
Raumkonzept: Die Sprache des eidgenössischen Sollens

Man muss auf die Sprache achten, dann ist das Raumkonzept Schweiz eine Fundgrube. Es beginnt mit der neuen Heilsformel des schweizerischen Staatsaufbaus: Bund, Kantone, Städte und Gemeinden. Immerhin, doch wie lange wird es noch dauern bis die Wirklichkeit ungeschminkt auftritt und es heisst: Bund Kantone und Agglomerationen?

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