Auf dem Gesamtplan werden alle Massnahmen zusammengeführt sichtbar gemacht. Fotos: Berchtoldkrass

Neue Perspektive

Winterthur wächst. Um das Wachstum in geordnete Bahnen zu lenken, hat die Stadt die «Räumliche Entwicklungsperspektive 2040» ausgearbeitet. Eine vorausschauende Planungsleitplanke.

Winterthur wächst. Das dynamische Wachstum will die Stadt für die eigene Entwicklung sinnvoll nutzen. Um es in geordnete Bahnen zu lenken, hat ein interdisziplinär zusammengesetztes Team die «Räumliche Entwicklungsperspektive 2040» ausgearbeitet. Diese Leitplanke für Behörden, Politik aber auch Private fokussiert auf Mobilität, Freiräume, Urbanes Profil und Quartiere.

So definiert das strategische Steuerungsinstrument etwa ein «Urbanes Rückgrat» entlang der bestehenden Verkehrsachsen. 60 Prozent des Wachstums sollen darin konzentriert werden. Indem Winterthur zudem sechs Schwerpunktgebiete definiert, will es die Quartiere entlasten. Gleichzeitig sollen die Eigenheiten und Infrastrukturen der einzelnen Quartiere gestärkt werden, so dass sie attraktiver für Fussgänger und Velofahrerinnen werden. Radikal sind die Modal-Split-Ziele. Sie sehen vor, dass die Anzahl Wege beim motorisierten Individualverkehr bis 2040 um rund 20 Prozent ab- und beim öffentlichen Verkehr um rund 60 Prozent zunehmen. Im gleichen Zeitraum sollen sich die Velofahrten verdoppeln. Hier baut Winterthur auf die Velostadt auf. Die Verdichtungspläne erhöhen allerdings auch den Druck auf die Freiräume und Naherholungsgebiete. Die Entwicklungsperspektive will sie stärken, indem sie ein neues Bild von drei ureigenen Winterthurer Landschaften zeichnet: Eine innere, bestehend aus den Parks, Plätzen, Grünflächen, Strassen- und Flussräumen. Sie baut auf der Gartenstadt auf und legt ein ökologisch wertvolles, feingliedriges, grün-grau-blaues Netz über den Stadtgrundriss. Darum herum markiert die Entwicklungsperspektive einen sogenannten Stadtrandpark. Wald, Freiflächen und Landwirtschaft prägen diesen grünen Saum, der die Stadt einrahmt. Neue Wegführungen sollen ihn sicht- und erlebbar machen. Die dritte, äussere Landschaft geht über die Gemeindegrenzen hinaus. Sie besteht aus Erholungs- und Landwirtschaftsflächen in der näheren Umgebung.

Schlau sind auch die Vermittlungsanstrenungen. Damit die «Räumliche Entwicklungsperspektive 2040» nicht nur in den Köpfen von Politik und Behörden verankert wird, hat das Amt für Städtebau auch eine begleitende breitenwirksame Vermittlungskampagne etwa mit Ausstellung und einer Podcastserie lanciert.

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