Reishülsen statt Zement: Forscher aus Nigeria und der Schweiz untersuchen Bauplatten, die aus Reststoffen der Landwirtschaft gepresst wurden. Fotos: © Holcim Foundation

Nachhaltig bauen im Süden mit Ideen aus dem Westen

Der Holcim Award in Gold für nachhaltiges Bauen in der Region Afrika Naher Osten geht nach Deutschland an Kéré Architecture. Die Berner Fachhochschule und das Architekturbüro Bob Gysin wurden mit einer Anerkennung geehrt.

Zum dritten Mal vergab die Holcim Foundation dieses Jahr ihren Preis für nachhaltiges Bauen in der Region Afrika Naher Osten. Zehn Arbeiten erhielten insgesamt 300'000 Dollar Preisgeld. Die Auszeichnung in Gold ging an ein Projekt für eine Schule in Burkina Faso, die nur mit Sonnen- und Windenergie gekühlt wird. Entwickelt hat das System das in Deutschland tätige Büro Kéré Architecture. Silber gewannen die italienischen Architekten ARCo für ein Sanierungskonzept einer Schule in Palästina. Ein Team um die deutsche Architektin Anna Heringer erhielt Bronze für ein Trainingscenter in Marokko, das hauptsächlich mit Erde erbaut wird.

Neben den Hauptpreisen wurden vier Anerkennungen vergeben – zwei davon in die Schweiz. Ein Forschungsteam an der Berner Fachhochschule entwickelte unter der Leitung von Charles Job Bauplatten aus Reststoffen. Diese bestehen aus Maiskolben, Reishülsen oder Erdnussschalen und sind mit dem natürlichen Klebstoff Tannin gebunden. Mit einer Anerkennung würdigte Holcim auch das Architekturbüro Bob Gysin + Partner. Die Architekten entwarfen ein Gebäude für die Modellstadt Masdar in Abu Dhabi. Mit Simulationen stimmten sie die Form des Bauwerks auf Wind und Sonneneinstrahlung ab. Daneben setzt der Entwurf auf lokale Bauweisen wie Stampflehm oder Abluftkamine.

Die Preise für vier weitere Regionen vergibt die Holcim Foundation im November. Aus den ausgezeichneten Projekten werden nächstes Jahr die globalen Gewinner erkoren.

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