Sinnvoll: In Uster stoppt der Kulturlandschutz die Einzonung von 15 Hektaren gutem Boden am Siedlungsrand. Alle Karten reproduziert mit Bewilligung von Swisstopo ( BA130265 ). Fotos: Swisstopo

Kulturlandinitiative mit Kanten und Hintertüren

Die Zürcher Kulturlandinitiative wurde 2012 überraschend angenommen. Umsetzen will sie der Regierungsrat jedoch nicht. Beispiele zeigen aber: Sie könnte Kluges bewirken.

Im Kanton Zürich soll kein gutes Ackerland mehr eingezont werden. So will es die Kulturlandinitiative der Grünen, die am 17. Juni 2012 angenommen wurde. Darauf mussten die Gemeinden auf Geheiss der Zürcher Baudirektion alle Planungen auf Eis legen, die noch nicht eingezontes Land der Güteklassen 1 bis 6 betrafen – bis zum Entscheid, wie die Initiative gesetzlich verankert werden soll. Teilweise galt später wieder grünes Licht: Wo wenig Land betroffen ist und wo bloss kleine Lücken geschlossen werden, darf weiter eingezont werden. Auch Bauten im öffentlichen Interesse, etwa Schulhäuser, sind möglich. In Illnau-Effretikon führte die Initiative bereits zum Umdenken: Man hätte die Schulanlage Hagen wie geplant auf einen Acker hinaus erweitern können. Nun rücken die Gebäude auf dem Areal näher zusammen, der Acker bleibt erhalten.Usters Wachstum wird gebremstBeim Kulturlandschutz steht viel auf dem Spiel. Das zeigt das Beispiel der Stadt Uster. Beim gewohnten Verzehr von 4,5 Hektaren pro Jahr sei 2017 alles Bauland aufgebraucht, rechnete der Stadtrat dem Gemeindeparlament vor. Die Stadt hatte deshalb begonnen, ihre Entwicklung in der Reservezone voranzutreiben. Diese achtzig Hektaren sind jedoch guter Landwirtschaftsboden und damit vom Kulturlandschutz betroffen. Diesen Schutz wünschten sich die Ustermer selbst, denn sie stimmten der Initiative überdurchschnittlich stark zu.Konkret ist ein schon weit gediehenes Projekt infrage gestellt: ein 15 Hektaren grosses Wohngebiet für mittlere bis hohe Ansprüche im Gebiet ‹Eschenbüel›. Wo sich heute Äcker und Wiesen ausbreiten, sollen Menschen wohnen, die sich weder an der Goldküste noch in der Stadt Zürich den Traum von der eigenen Wohnung erfüllen können. ‹Arrivierte› sollen da ruhige Wohnungen mit Garten finden, ‹moderne Performer› ein dichteres, städtisches Ambiente. So umriss die Stadtregierung ihre Vor...
Kulturlandinitiative mit Kanten und Hintertüren

Die Zürcher Kulturlandinitiative wurde 2012 überraschend angenommen. Umsetzen will sie der Regierungsrat jedoch nicht. Beispiele zeigen aber: Sie könnte Kluges bewirken.

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