Bahnhof in Renens Fotos: ouest-lausannois.ch

Heimat auf der Brache

Erstaunlich, wie schnell der Wakkerpreis sich verwandelt hat. Schon vor einem Jahr rieb man sich die Augen: Statt eines historisch aufgeladenen Ensembles aus dem Mittelalter oder der Industriezeit wie über viele Jahre, hob die Auszeichnung des Schweizer Heimatschutzes die Absicht eines Dorfes auf den Schild, seine Zuversicht mit einer weitgreifenden Ortsplanung zu nähren. Aber Fläsch ist ein Postkartendorf. Kann man den Wakkerpreis also nur loben, wenn er seinen Check dieses Jahr in die Vororte von Lausanne bringen wird?

Erstaunlich, wie schnell der Wakkerpreis sich verwandelt hat. Schon vor einem Jahr rieb man sich die Augen: Statt eines historisch aufgeladenen Ensembles aus dem Mittelalter oder der Industriezeit wie über viele Jahre, hob die Auszeichnung des Schweizer Heimatschutzes die Absicht eines Dorfes auf den Schild, seine Zuversicht mit einer weitgreifenden Ortsplanung zu nähren. Aber Fläsch ist ein Postkartendorf, wohin etliche am Sonntag fahren, um zu spazieren, Wein zu trinken und an den alten Häusern und den nunmehr geschützten Aussenräumen Freude zu haben – Freude, die sie teilen mit denen, die da tagaus tagein in ländlicher Idylle wohnen.Kann man den Wakkerpreis also nur loben, wenn er seinen Check dieses Jahr in die Vororte von Lausanne bringen wird? Schön ist es dort ja nicht, und heimelig auch nicht, wie man im Heft nachlesen kann, das Hochparterre schon 2005 dem Charme und den Plänen dieser Gegend gewidmet hat (Plan pour une nouvelle ville, Supplément de Hochparterre 9/2005). Sie ist eine grosse Industrie- und Verkehrsbrache, durchsetzt mit viel Infrastrukturen und Zweckbauten. Dorthin fahren nur Hartgesottene in die Ferien. Doch wie in Fläsch wird auch hier ein Plan als Tat gelobt. Dort eine sensible Landschaftsplanung im kleinen, dörflichen Massstab, hier ein Richtplan über eine Agglomeration von Stadtteilen und neun Gemeinden. Der Heimatschutz sagt uns damit, dass die Brache und die grosse Transformation auch Heimat sei – oder besser: Heimat werden könne. Das ist gut, gut aber bleibt, wenn die Heimatschützerinnen und –schützer ihr Widerstandskönnen pflegen und einsetzen. Zu viel wird unbedacht zerstört, umso mehr die staatlichen Denkmalpflegen in mühseligen Kämpfen um Geld zermürbt werden. Der Wakkerpreis 2011 ist erfrischend und atmet die Kraft froher Ermunterung. Wir brauchen aber auch einen Heimatschutz, der immer wieder laut ausruft, sich quer stellt, ...
Heimat auf der Brache

Erstaunlich, wie schnell der Wakkerpreis sich verwandelt hat. Schon vor einem Jahr rieb man sich die Augen: Statt eines historisch aufgeladenen Ensembles aus dem Mittelalter oder der Industriezeit wie über viele Jahre, hob die Auszeichnung des Schweizer Heimatschutzes die Absicht eines Dorfes auf den Schild, seine Zuversicht mit einer weitgreifenden Ortsplanung zu nähren. Aber Fläsch ist ein Postkartendorf. Kann man den Wakkerpreis also nur loben, wenn er seinen Check dieses Jahr in die Vororte von Lausanne bringen wird?

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