Auf dem Gebiet zwischen Sihl und Autobahn entsteht das 2000-Watt-Quartier Greencity.

Greencity erhält grünes Label

Für Arealentwickler, die eine solide Route Richtung 2000-Watt-Gesellschaft vorschlagen, gibt es neu das Zertifikat «2000 Watt-Areal». Die erste Plakette geht an das Gebiet Sihl-Manegg im Süden Zürichs, auf dem die Greencity entsteht.

2000 Watt und 1 Tonne C02 pro Person: Das Ziel, das sich Zürich gesteckt hat, ist sonnenklar. Wie wir zu 2000-Watt-Menschen werden, weiss allerdings niemand. Das Bundesamt für Energie und die Stadt Zürich stellen darum einen Wegweiser auf, der die Route für den energetischen Abstieg vorzeigen soll. Der Leitfaden «Arealentwicklung für die 2000-Watt-Gesellschaft» will konkret machen, wo sich Gebietsplaner einhaken müssen, um sich Watt für Watt abzuseilen. Wer für sein Areal eine solide Route vorschlägt, erhält als Motivation das Zertifikat «2000 Watt-Areal». Die schweizweit erste Plakette geht an das Gebiet Sihl-Manegg im Süden Zürichs, auf dem in den nächsten Jahren die Greencity entsteht. «Mit dem Zertifikat werden verbindliche Rahmenbedingungen geschaffen», erklärte Stadtrat André Odermatt gestern Abend an der Übergabe. Das von Losinger Marazzi entwickelte Gebiet setzt bei allen Neubauten auf Minergie-P-Eco, ist mit dem ÖV gut angebunden an die Stadt und lässt bei 30 Prozent der Wohnungen Genossenschaften zum Zug kommen.

Der Weg Richtung 2000-Watt-Gesellschaft ist bereits grosszügig ausgeschildert. Rund 300 Gemeinden schmücken sich mit einem Energiestadt-Label, was knapp der Hälfte der Bevölkerung entspricht. Auf Gebäudeebene zeigt der SIA-Effizienzpfad Energie den Weg nach unten. Der Trägerverein Energiestadt setzt beim Zertifikat für Areale darum auf diese bestehenden Nachweise. «Wir wollen keinen zusätzlichen Aufwand generieren», erklärt Urs Vogel von EnergieSchweiz. Das Zertifikat ist für Areale mit einer Geschossfläche von mindestens 10'000 Quadratmetern vorgesehen. Arealentwickler können es schon in einer frühen Projektphase beantragen, um sich von Anfang damit zu brüsten. An die Wand hängen und vergessen können sie es aber nicht. Es wird nur befristet erteilt und muss periodisch erneuert werden. Schliesslich soll das Label nicht nur die Vermarktung ankurbeln. Laut Energiestadt sollen Gemeinden das Zertifikat für Arealüberbauungen zwingend verlangen können. Der Abstieg auf 2000-Watt ist ein langer, ein Zertifikat bewegt keine Berge. Doch ein Zückerchen auf den Weg motiviert die Pioniere.

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