«Für den Stadtverkehr ist das Velo irrelvant» Fotos: Nick Night on Unsplash

«Für den Stadtverkehr ist das Velo irrelvant»

Peter Anderegg ist Fussgänger und Vorspurer für den öffentlichen Verkehr. Er ärgert sich über die Propaganda des Velos und dessen Infrastruktur im Veloweggesetz: «Faktenschwacher Velo-Hype».

Damit das klar ist: Ich will keinem Velofahrenden die Freude nehmen, in der Freizeit, zum Einkaufen oder beim Pendeln zur Arbeit aufs Velo zu sitzen. Ich will aber aufzeigen, dass das Velo – ohne und mit Motor – keine Stütze ist und sein wird, um die Verkehrsprobleme in der Stadt zu lösen. Dies vor allem in unseren Städten mit knappem Verkehrsraum nicht. Ich antworte damit auch auf die Velobegeisterung, wie sie neulich Politikerinnen und Politiker an der Städtekonferenz Mobilität gefeiert haben, für Velowege mehr Geld fordernd. Und ich bin mit meiner Skepsis in guter Gesellschaft: Anlässlich eines Podiums der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr hielt der Leiter von Verkehr+Stadtraum der Stadt Zürich, Rupert Wimmer, in seinem Referat «Kommt der öV unter die (Velo-) Räder?» fest: «Veloförderung aus einer Gesamtverkehrssicht (ist) nur bedingt notwendig ... aber ein wichtiger Teil einer lebenswerten Stadt.» Das Velorad ist ein Windrad Daran wird mittel- und langfristig auch die Corona-Pandemie nichts ändern. Gewiss, es waren während des Lockdowns mehr Leute auf dem Velo unterwegs, in der Freizeit, als Erholung vom Homeoffice oder zur Arbeit – weil schönes warmes Frühlingswetter herrschte. Aber wie hätte das wohl in einem nasskalten November ausgesehen? Die meisten Veloräder sind wie Windräder: man weiss nicht, ob und wann ihre Räder drehen. Wind und Wetter machen ihren Einsatz volatil. Daher brauchen beide ein Backup: Die Windrädern Regelenergie, das Velo den öffentlichen Verkehr. Allenfalls ein Viertel der Sommervelofahrer schwingt sich auch im Winter auf den Sattel oder wenn es regnet. Darum scheint ja auch in der Velowerbung immer die Sonne. Aus Gesamtverkehrssicht heisst die Kritik auch: Werden nicht hauptsächlich Fussgängerinnen und Fussgänger aufs Rad geholt statt Automobilisten? Das Ziel müsste aber sein, unnötigen Autoverkehr in den Städ...
«Für den Stadtverkehr ist das Velo irrelvant»

Peter Anderegg ist Fussgänger und Vorspurer für den öffentlichen Verkehr. Er ärgert sich über die Propaganda des Velos und dessen Infrastruktur im Veloweggesetz: «Faktenschwacher Velo-Hype».

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