Die Glattalstadt wächst ungebremst, aber nach welchem Plan?

Fünf Thesen zur Glattalstadt

Die Überparteiliche Arbeitsgruppe Zürich Nord stellt fünf Thesen zur Glattalstadt in den Raum. Die Positionen sind richtig, bleiben aber hinter dem Krokodil zurück. Die grosse Idee fehlt, obwohl für die Verfasser klar ist: «Eine künftige Glattalstadt muss sich zu etwas Eigenem entwickeln.»

Die Überparteiliche Arbeitsgruppe Zürich Nord AGZN stellt fünf Thesen zur Glattalstadt in den Raum. Die Gruppe, zu der Politiker von SP, Grüne und Grünliberalen sowie der VCS gehören, diskutiert seit 1987 grenzübergreifend über Verkehr, Umwelt und Siedlungsentwicklung. Am Anfang stand die Frage: Wie wird und wie könnte der Raum Zürich Nord in 30 Jahren aussehen? Wer nun grosse Visionen à la Krokodil erwartet, liegt falsch. Die Antworten fallen nüchtern und pragmatisch aus. Das Glattal wächst stark. Die AGZN fordert darum, die Qualität ob der Quantität nicht zu vergessen. Das Gebiet soll sich zu einer «vorbildlichen Stadt» entwickeln. Für die Wirtschaft heisst das: Die Gewinne sollen nachhaltig investiert werden. Konkreter wird die AGZN beim gemeinnützigen Wohnungsbau, wo sie Defizite ortet. Der Anteil liege im tiefen einstelligen Prozentbereich. Die Gruppe verlangt darum klipp und klar: «Bezahlbarer Wohnraum muss für alle Gesellschaftsschichten vorhanden sein.» Zweitens will die AGZN die Grenzen überdenken. «Die heutige Gemeindestruktur ist überholt und bietet kaum noch Autonomie.» Die Agglostadt soll zusammenwachsen, trotz der über einem Dutzend Gemeinde- und Bezirkslinien. «Grenzüberschreitende Strukturen sind zu stärken», schreibt die AGZN und nimmt sogar das Wort «Fusion» in den Mund, wenn auch mit einem vorsichtigen «eventuell» davor. In den Ausführungen buchstabiert sie aber schon wieder zurück. Die Art der Zusammenarbeit sei vorläufig nicht vorrangig, heisst es da. Dennoch ist klar: «Eine künftige Glattalstadt muss sich zu etwas Eigenem entwickeln.»Eine Stadt ergibt sich nicht, sie muss gestaltet werden. Die Gruppe fordert darum drittens: Verdichtung, Grünräume, Quartierpflege und kurze Wege. Neben diesen allgemeinen Aussagen macht sie auch handfeste Vorschläge. So kann sie sich etwa vorstellen, dass Zürich Zentrumsfunktionen wie Theate...
Fünf Thesen zur Glattalstadt

Die Überparteiliche Arbeitsgruppe Zürich Nord stellt fünf Thesen zur Glattalstadt in den Raum. Die Positionen sind richtig, bleiben aber hinter dem Krokodil zurück. Die grosse Idee fehlt, obwohl für die Verfasser klar ist: «Eine künftige Glattalstadt muss sich zu etwas Eigenem entwickeln.»

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