Stefan Kurath hält sein schweres Werk mit beiden Händen.

Doktor Stadtlandschaft

Gestern Abend präsentierte Stefan Kurath in Hochparterre Bücher in Zürich seine Dissertation, zusammengefasst in einem Buch so gross und dick wie ein Ziegelstein. «Stadtlandschaft Entwerfen?» lautet der fragende Titel der Publikation.

Stefan Kurath ist nun Doktor der Architektur. Gestern Abend hat er vor vollem Haus in Hochparterre Bücher in Zürich seine Dissertation vorgestellt, zusammengefasst in einem Buch so gross und dick wie ein Ziegelstein. «Stadtlandschaft Entwerfen? Grenzen und Chancen der Planung im Spiegel der städtebaulichen Praxis». Die Schlagzeile fasst das Programm zusammen. «Stadtlandschaft» ist Kuraths intellektueller Anker. Dessen Ankermann ist Thomas Sievert, der mit diesem Begriff den Siedlungen zwischen Stadt und Land eine Theorie gab. Dass er das Verb – grammatikalisch wagemutig – gross schreibt belegt, wie wichtig ihm als Architekt nebst der Erkenntnis das Handeln ist. Das Fragezeichen schliesslich steht für Kuraths Methode und Temperament. Er ist skeptisch gegenüber den Höhenflügen der Planung, denn diese hätten ja keineswegs verhindert, dass nun weit übers Land ist, was ist. Die wahren, die ökonomischen und sozialen Kräfte der Planung legt der Doktor in vier ausführlichen Fallstudien frei: Freienbach und das Seedamm Center, Domat Ems und die Sägerei-Eskapaden inkl. Konkurs, die Autobahn von Sargans zum Bodensee und der Forst in Schaan. Kurath absolvierte sein Doktorstudium an der Hochschule Liechtenstein und erhielt seinen «Dr.» mit summa cum laude von Michael Koch an der Hafenuniversität Hamburg, sein intellektueller Begleiter war Angelus Eisinger. Stefan Kuraths Buch ist im transcript Verlag in Bielefeld erschienen.

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