Die Wohnüberbauung in Mont-sur-Lausanne brettert 137 Meter entlang der Autobahn. Fotos: Joël Tettamanti

Die 10 Lärmschutzgebote

Lärm nervt, lenkt ab, stört den Schlaf, treibt in den Wahnsinn. Lärm macht krank. Doch je dichter wir bauen, desto lauter wird es. Hier die zehn Gebote des lärmschützenden Bauens.


Jeder will seine Ruhe, aber schnell ans Ziel. Und je dichter wir bauen, desto lauter wird es. Hochparterre präsentiert die zehn Gebote des lärmschützenden Bauens.

1. Beginne im Städtebau. Setze das Haus an die Strasse und nutze es als Schirm. Abstandsgrün bringt wenig für den Lärm und nichts für die Stadt.

2. Vermeide parallele Hauswände. Sie schaukeln den Lärm hoch, schräge und strukturierte Wände zerstreuen ihn.

3. Baue vielfältig, nicht eintönig: Mit runden Formen, weichen Materialien und begrünten Flächen hört sich die Stadt besser an. Je härter die Architektur, desto härter der Schall.

4. Belebe die Fassaden, auch wenn dahinter vor allem Treppenhäuser, Liftschächte und Badezimmer liegen. Tote Fassaden führen zu toten Städten.

5. Löse den Lärmschutz im Grundriss, zum Beispiel mit durchgesteckten Wohnzimmern oder lärmabgewandten Schlafzimmern. Achte darauf, dass jede Wohnung einen ruhigen Raum hat.

6. Nutze den Leerraum, um die Strassenseite zu entdichten: Überhohe Essküchen, grosszügige Atrien und vielfältige Erschliessungen entschädigen für die laute Lage.

7. Plane Loggien, Balkone, Erker oder Atrien, die neben dem Lärmschutz einen Gewinn bringen für die Bewohner. Niemand will auf einem Abfallsack-Balkon sitzen.

8. Verzichte auf Fensterblenden, vorgehängte Gläser oder Festverglasungen: Sie reduzieren zwar den Lärm, verschliessen aber, was zum Öffnen gedacht war.

9. Denke an den Aussenraum. Sonnige, aber lärmige Loggien sehen nur auf dem Plan gut aus. Manchmal ist die Lärmrichtung wichtiger als die Himmelsrichtung.

10. Spiele mit der Nutzung. Läden, Restaurants, Büros, Werkstätten, Ateliers, Waschküchen, Hobbyräume, Kinderwagenabstellzimmer: Baue alles am Lärm, nur nicht Wohnen.

Lesen Sie auch den Essay «Krach um Dezibel» zur aktuellen Debatte über den Lärmschutz, in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Hochparterre und auf Hochparterre.ch.

Kommentare

Stephan Gantenbein 17.04.2018 14:03
Ist das Ernst gemeint oder wollen Sie einfach provozieren? Ich bitte zum Ausgleich um 10 Regeln wie Lärme verhindert werden kann. Vielen Dank!
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Ich kann das Bild nicht lesen