Der Massstab ist neu, die Gestaltung der Aussenräume knüpft an der bestehenden Stadt an: Teilgebiet A der Europaallee.

Dicht, aber richtig

Dichte alleine macht nicht selig. Das beweisen genügend Projekte, bei denen gewiefte Investoren das Gebot zur Verdichtung ausnutzen, um ihre Bauten und ihre Portmonees dicker zu machen. Die Europaallee in Zürich zeigt: Dichte geht auch anders. Sie braucht aber nicht nur grössere Häuser, sondern auch präzisere Räume, höhere Durchmischung, stärkeren Ortsbezug – kurz: mehr Stadt.

Dichte alleine macht nicht selig. Das beweisen genügend Projekte, bei denen gewiefte Investoren das Gebot zur Verdichtung ausnutzen, um ihre Bauten und ihre Portmonees dicker zu machen. Die erste Etappe der Europaallee in Zürich zeigt: Dichte geht auch anders. Sie braucht aber nicht nur grössere Häuser, sondern auch präzisere Räume, höhere Durchmischung, stärkeren Ortsbezug – kurz: mehr Stadt. Richtige Dichte heisst: Stadtraum gestalten. Der Architekt Max Dudler nutzt die grosse Baumasse, um die Parzelle zu gliedern und räumliche Spannung zu erzeugen. Die Gebäude rücken zusammen und haben ein Gegenüber. Auf den schmalen Treppen gelangt man auf die öffentliche Eben, wo ein Netz aus Gassen die Bauten umspannt. Im Zentrum öffnet sich die Enge auf einen grossen Platz. Dudler baut ein Stück Stadt, das diesen Namen verdient. Er errichtet kein Konglomerat von Häusern, die ziellos nebeneinander stehen. Die Dichte zwingt den Architekten, den Raum zu fassen. Für Resträume ist kein Platz. Richtige Dichte bedeutet auch: Kein Auto. Der Massstab ist nicht auf Blechkisten ausgerichtet, sondern auf den Menschen. Die Gassen sind schmal, aber breit genug für die 2500 Studentinnen der Pädagogischen Hochschule. Die Zürcher sollten ob der Nähe der Bauten also nicht erschrecken. Schliesslich ist die Niederdorfstrasse seit Jahrhunderten breit genug.Dichter bauen, bedingt grössere Häuser: Die Gebäude des Teilstücks A der Europaallee sind doppelt so breit und teilweise zwei Mal so hoch wie die Nachbarbauten. Dennoch prallen die beiden Massstäbe nicht aufeinander. Dudler hat den neuen Stadtbaustein fein in den Kontext eingepasst. Das Haus an der Lagerstrasse verjüngt sich im Erdgeschoss auf die Flucht der Sihlpost. Die Gebäudehöhen nehmen nach innen zu: von sechs auf acht Geschosse bis zum zehnstöckigen Glashaus in der Mitte. Und das Strassennetz des Quartiers spinnt das Stä...
Dicht, aber richtig

Dichte alleine macht nicht selig. Das beweisen genügend Projekte, bei denen gewiefte Investoren das Gebot zur Verdichtung ausnutzen, um ihre Bauten und ihre Portmonees dicker zu machen. Die Europaallee in Zürich zeigt: Dichte geht auch anders. Sie braucht aber nicht nur grössere Häuser, sondern auch präzisere Räume, höhere Durchmischung, stärkeren Ortsbezug – kurz: mehr Stadt.

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