Der Stadtwanderer besichtigt die IBA Hamburg. Fotos: iba-hamburg.de

Der Stadtwanderer in Hamburg

So sieht die europäische Stadt des frühen 21. Jahrhunderts aus, sagte sich der Stadtwanderer auf dem Spaziergang durch Hamburg, wo er eigentlich einen Konvent der Bundesstiftung Baukultur besuchen wollte.

Die Bundesstiftung Baukultur hatte zu ihrem Konvent, der sich dem Thema „Statt Verkehr Stadt“ widmete, nach Hamburg eingeladen. Hier versammelten sich, wie die Veranstalter verkünden „rund 350 führende Architekten, Planer, Ingenieure und Politiker“, darunter auch der Stadtwanderer. Der fühlte sich zwar geschmeichelt, aber verloren in der riesigen ehemaligen Lagerhalle im Hafengelände, wo man zusammen kam. So ein einsames Schwizerli.Bundesstiftung Baukultur? Nach jahrelangem Gezerre ist das Bundesgeld da und die Stiftung nahm ihre Tätigkeit auf. Es ist Überzeugungsarbeit. Das Gutzureden ist Programm. Immerhin, die Stiftung gibt es. Ich habe mir überlegt, eine eidgenössische Stiftung Baukultur? Die Kantone würde ihre Kulturhoheit gefährdet sehen. In der Schweiz ist die Architektur von Kanton zu Kanton verschieden schlecht gefördert, etwas Eidgenössisches braucht es da nicht.Man erlasse mir die Berichterstattung. Ein Kongress ist ein Palaver und eine Zusammenrottung. Wer zählt die Grossen, nennt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen? Interessanter wäre aufzuzählen, wer nicht da war. Ich fasse zusammen: Michael Braun der Vorstandsvorsitzende der Stiftung hielt eine flammende Rede, die den Stiftungszweck zusammenfasst: Was nützt die Stiftung, wenn die Architekten selbst nicht die Baukultur verwirklichen und verteidigen?Ab Mittag habe ich geschwänzt. Ich hatte Wichtigeres im Sinn. Mit Uli Hellweg, dem Direktor der Internationale Bauausstellung IBA Hamburg ging ich die IBA besichtigen. Sie findet in Wilhelmsburg statt, einer Insel im Süden Hamburgs. Hier wurde mehr Stadtreparatur gemacht, weniger Architektur. Wilhelmsburg ist jener Teil Hamburgs, wo die Mieten sanken in den letzen Jahren. Ich übersetze: Café depresso. Da sind nicht Leuchtturmprojekte nötig, sondern sozialverträgliche Eingriffe. Es galt der Grundsatz: Wer da ist, kann bleiben. Tags drauf Hafen ...
Der Stadtwanderer in Hamburg

So sieht die europäische Stadt des frühen 21. Jahrhunderts aus, sagte sich der Stadtwanderer auf dem Spaziergang durch Hamburg, wo er eigentlich einen Konvent der Bundesstiftung Baukultur besuchen wollte.

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