Rahel Marti, Ernst Senteler, Tom Leibundgut, Ludmila Seifert und Stefan Kurath im Saal des Restaurant Rheinfels im Westen von Chur Fotos: Hochparterre

Der Schlauch von Chur

Der Stadtrat, der Investor, die Heimatschützerin und der Städtebauprofessor diskutierten an Hochparterres Städtebaustammtisch zu Churs Westen.

Gestern Morgen schickte Churs Stadtrat Tom Leibundgut seinen Stadtarchitekten Peter Göldi nach acht Jahren im Amt in die Wüste, am Abend machte er auf Podium des Städtebaustammtischs zu Churs Westen keine allzu gute Falle. Vor 75 Zuschauerinnen und Zuschauer, meist Fachleuten, zeigte der Vorsteher des Hochbauamts wenig Fachwissen, was er auch unumwunden zugab: Er verlasse sich auf seine Fachleute.Doch von vorn: der Leiter der Stadtentwicklung Andreas Pöhl, einer dieser Fachleute, führte gestern Abend ein, erzählte vom Mitwirkungsverfahren in Grossgruppen und präsentierte einen Arealplan mitsamt planerischem Absichtenkatalog. Im Westen Churs, dort wo, schon die zwei neuen Hochhäuser der Domenigs stehen, will man ein zweites Stadtzentrum bauen, so die Idee. Pöhl redete von einem möglichen Bauvolumen von 2,6 Millionen Kubikmeter, die Altstadt besitzt im Vergleich 1,5 Millionen. Wir sind in der dichtesten Zone Churs mit einer Ausnützung von 2,0.Die Absichten sind gut, man will einen Stadtteil mit Mischnutzung, einen Gestaltungsbeirat, eine 2000-Watt-Areal-Zertifizierung, die Autos oberirdisch aus dem Quartier verbannen, eine neue Fuss- und Veloverbindung zur Altstadt und vieles mehr (nachzulesen im Hochparterre 1-2/2015). Das sind ganz neue Töne nach Jahren real nicht existierender Stadtplanung. Oder besser gesagt: nach Jahren der Stadtbauung in den Händen eines Mannes, des Architekten und Baulöwen Thomas Domenig. Was übrigens zum Beispiel im Lacuna-Quartier ganz gut herausgekommen ist.In der Diskussion unter der Leitung von Hochparterres Heftchefin Rahel Marti schlug die Geschäftsleiterin des Bündner Heimatschutzes Ludmila Seifert denn auch zunächst versöhnliche Töne an: gute Ideen seien das. Um dann doch noch den Finger zu erheben: Die Form fehle noch. Mitwirkung sei erst der Anfang, sie ersetze keine Planung. Warum noch keine Testplanung gemacht sei, vielleicht auch vo...
Der Schlauch von Chur

Der Stadtrat, der Investor, die Heimatschützerin und der Städtebauprofessor diskutierten an Hochparterres Städtebaustammtisch zu Churs Westen.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?