Vor allem die Bauwirtschaft und die Immobilienbranche sind von den Auswirkungen der Zweitwohnungsinitiative betroffen: Zweitwohnungsbau in Davos. Fotos: zweitwohnungsinitiative.ch

Der Preis für warme Betten

Die Folgen der Zweitwohnungsinitiative sind aus volkswirtschaftlicher Sicht verkraftbar. Zu diesem Schluss kommt das Staatssekretariat für Wirtschaft, das die Auswirkungen der Initiative in zwei Studien untersuchen liess.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat in zwei Gutachten untersucht, wie sich die Zweitwohnungsinitiative auf die Wirtschaft in den hauptsächlich betroffenen Regionen auswirkt. Das SECO kommt zum Schluss, dass die Folgen der Initiative «aus volkswirtschaftlicher Sicht insgesamt verkraftbar» sind. Im Alpenraum wurden zwischen 2000 und 2010 jährlich knapp 4000 Zweitwohnungen erstellt. Dies entspricht einem Investitionsvolumen von knapp zwei Milliarden Franken oder rund 14 Prozent der gesamten Bauausgaben in der Region. Bis 2015 wird die Zahl der Erwerbstätigen im Alpenraum aufgrund der Initiative um 8600 oder 0,8 Prozent zurückgehen, prognostiziert die Studie. Bis im Jahr 2025 wird das Minus noch 0,5 Prozent betragen. Vom Rückgang sind laut SECO in erster Linie die Bauwirtschaft und die Immobilienbranche betroffen. Die Investitionen im Hotelbau dürften im Jahr 2016 bis zu 200 Millionen Franken tiefer liegen im Vergleich zur Entwicklung ohne Zweitwohnungsinitiative. Dies wird sich primär auf die gehobene Hotellerie auswirken, da diese nicht mehr durch den Verkauf von Zweitwohnungen querfinanziert werden kann. Um wirtschaftlich Gegensteuer zu geben, prüft das SECO derzeit flankierende Massnahmen, die im Rahmen der Standortförderung ab 2016 umgesetzt werden könnten. Auf die touristische Nachfrage wird die Initiative nur wenig Einfluss haben, so die Studie.

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