2014 hat der Bau 20 Mrd. Fr. umgesetzt, nominal ein Rekord.

Der Bau beginnt zu harzen

Zuwanderung, tiefe Zinse, Zweitwohnungen – die Bauwirtschaft hat davon 2014 stark profitiert. Nun geht’s wohl abwärts. Ein Kommentar von Köbi Gantenbein.

2014 hat der Bau 20 Milliarden Franken umgesetzt, nominal ein Rekord. Dazu kommen noch all die Einkünfte des Landhandels und des Ausbau- und Nebengewerbes. Schauen wir auf das Bauhauptgewerbe als wichtigen Motor auch für die Planerinnen und Planer, so sind die Bestellungen verglichen mit dem Vorjahr um 6,8 Prozent gefallen. Auch der Vorrat an Arbeit ist 4,4 Prozent tiefer als er im Herbst 2013 war. Schwierige Zeiten warten vorab auf die Bauleute in den Alpen. Sie haben nach dem März 2013 noch so viele Zweitwohnungen wie möglich gebaut. Bald wird nun die Zweitwohnungsinitiative greifen, wenn auch noch niemand weiss wie. Schlimmer aber ist, dass die Verkäufe – Franz Weber hin oder her – stark zurückgehen: Die oft überteuerten Wohnungen bleiben leer. Das zu sehen genügt ein Spaziergang durch St. Moritz oder ein Telefon zu einem Wohnungshändler. Die Hoffnung, dass statt Neubau das Renovieren in den Alpen beginne, ist leer. Zum einen ist unklar, was man nach Franz Weber noch renovieren darf, zum andern haben die Besitzer auch dafür offenbar weniger Geld vorig. Doch auch im Unterland harzt es. Niedriger können die Zinsen kaum mehr werden, Investoren haben ihren Hunger gekühlt und dass die Zuwanderung unentwegt für Aufträge sorgt, mag auch niemand mehr glauben. Pro Jahr sind in letzter Zeit zwischen 44 000 und 48 000 Wohnungen entstanden. Das ist für die Bauwirtschaft die obere Grenze. Und Bürobauten gibt es auch mehr als genug. Zumal Firmen ihre Arbeitsplätze zurückfahren. Kurz – warm anziehen, gelassener werden, das Loch in der Gürtelschnalle suchen. ...
Der Bau beginnt zu harzen

Zuwanderung, tiefe Zinse, Zweitwohnungen – die Bauwirtschaft hat davon 2014 stark profitiert. Nun geht’s wohl abwärts. Ein Kommentar von Köbi Gantenbein.

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