Das Podium: Peter Röllin, Markus Birchler, Roderick Hönig (Leitung), Benedikt Würth, Peter Wolf. Fotos: Rahel Marti

Das Kreuz mit dem Tunnel

200 Interessierte kamen gestern Dienstagabend zum Städtebau-Stammtisch in Rapperswil-Jona. Sie hörten das Für und Wider zum geplanten Stadttunnel.

Gestern Dienstag luden Hochparterre, das Architekturforum Obersee und Dyson Airblade zum Städtebau-Stammtisch «Rapperswil-Jona oder das Kreuz mit dem Verkehr». Der eindrückliche Aufmarsch von rund 200 Zuhörerinnen und Zuhörern verlieh dem Anlass Brisanz und Gewicht. Zwei Inputreferate Der Abend begann mit zwei Inputreferaten. Nachhaltige Mobilität heisse, den unnötigen Verkehr zu verhindern und den nötigen so umweltverträglich wie möglich zu gestalten, erklärte Klaus Zweibrücken. Der Professor für Verkehrsplanung an der Hochschule für Technik Rapperswil zeigte drei Beispiele aus Städten, die den Langsamverkehr mutig fördern: Hasselt in Belgien etwa führte in den Neunzigerjahren Gratisbusse ein, die stark genutzt werden und gerade mal eine Million Euro pro Jahr kosten. 50 Quadratmeter Wohnfläche pro Person leisten wir uns in der Schweiz – und laut Zweibrücken 150 Quadratmeter Verkehrsfläche, wovon satte 115 Quadratmeter oder fast 77 Prozent das Auto verbraucht. Der motorisierte Individualverkehr sei nicht umweltfreundlich und deshalb nicht nachhaltig – Punkt, meinte Zweibrücken und fragte rhetorisch: «Wollen wir eine derart ineffiziente Technik weiter fördern?» Auch Markus Birchler liess am Auto kein gutes Haar. Wer städtisch baue, vermeide den motorisierten Verkehr und schaffe die Parkplatzpflicht ab, sagte der Siedlungsplaner. Die Verkehrsplanung propagiere die Stadt der kurzen Wege – der kurzen Fusswege. In Rapperswil treffe dies zu, Jona dagegen sei eine Stadt der kurzen Auto-Wege: Die Hälfte aller Autowege in der Stadt seien kürzer als fünf Kilometer. Was auch mit der Schwierigkeit zusammenhängt, den öffentlichen Verkehr in der agglomierierten Zersiedelung effizient zu organisieren.   Stadtrat dafür, Planer dagegen Nun will Rapperswil-Jona aber genau für das gegeisselte Mobil 650 Millionen Franken ausgeben und einen Stadttunnel bauen. ...
Das Kreuz mit dem Tunnel

200 Interessierte kamen gestern Dienstagabend zum Städtebau-Stammtisch in Rapperswil-Jona. Sie hörten das Für und Wider zum geplanten Stadttunnel.

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