Baustopp: Der uralte Saumpfad bei Disla soll nicht einer Strasse weichen. Fotos: Leo Tuor

Baustopp in Disentis/Disla

Die Arbeiten der Melioration in Disentis am Abschnitt des alten Wegs zwischen Disla und Madernal sind gestoppt. Zeit, um eine bessere Lösung zu finden, Zeit, um die Schönheit der Landschaft zu achten.

Die Arbeiten der Melioration in Disentis am Abschnitt des alten Wegs zwischen Disla und Madernal sind gestoppt. «Pil mument», «für den Moment». Das teilte Walter Deplazes, der Präsident der Meliorationskommission, heute mit. Unterdessen würde beim Bundesamt für Strassen (ASTRA) geklärt, was erlaubt worden sei, und welche Bedingungen eingehalten werden müssten, um das Meliorationsprojekt realisieren zu können. Das Einlenken der Meliorationskommission hilft, Lösungen zu finden, damit ein uraltes Wegstück beim Weiler Disla nicht zerstört wird.

Geschütztes Baudenkmal

Dessen drohende Beseitigung hat auch die Stiftung für Landschaftsschutz, den WWF und Pro Natura Graubünden veranlasst, beim Departement für Volkswirtschaft und Soziales (DVS) einen Baustopp zu fordern und die in Missachtung der Auflagen bundesrechtswidrig erfolgten Eingriffe in die schweizweit bedeutende historische Bausubstanz rückgängig zu machen. Auch etliche Briefeschreiber an die Regierung schlossen sich dem Begehren an, den alten, im Bundesinventar der historischen Verkehrswege der Schweiz (IVS) verzeichneten Saum- und Karrenweg zu erhalten, den Kaiser, Päpste, Armeen, Händler und Säumer zwischen Norden und Süden über Jahrhunderte begangen und befahren haben.

Revision gefordert

Es sind auch Revisionsbegehren des Bündner Heimatschutzes und von Privaten für diesen kleinen Teil der Melioration von Disentis/Mustér hängig. Sie fordern die Genehmigung des Gesamtmeliorationsplans durch das Departement DVS von Regierungsrat Marcus Caduff in diesem Punkt aufzuheben, weil der IVS-A-Schutz des Weges nicht berücksichtigt worden sei. Inzwischen hat das Departement die Meliorationskommission zur Stellungnahme aufgefordert.

 

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