Pause auf dem Trafoplatz von 2003. (Foto Pierre Marmy/Schweizer Heimatschutz)

Baden erhält den Wakkerpreis 2020

Trotz der Verkehrsbelastung im Zentrum gelinge es der Stadt, eine hohe Lebensqualität zu erhalten. Sie habe in den letzten Jahren öffentliche Freiräume zurückgewonnen und neue geschaffen, lobt der Heimatschutz.

Der Schweizer Heimatschutz vergibt den prestigeträchtigen Wakkerpreis dieses Jahr an die Stadt Baden. Das regionale Zentrum sei zwar stark vom Autoverkehr belastet – über den Schulhausplatz am Rand der Altstadt fahren beispielsweise pro Tag 50’000 Fahrzeuge. Dennoch habe die Stadt nicht resigniert, sondern «ein eigenes, starkes Bewusstsein für den Wert ihrer öffentlichen Freiräume entwickelt und über viele Jahre konstant und beharrlich in die Aufwertung der Plätze und Strassenräume investiert.» Das zeige sich heute etwa im Stadtkern, der vom Auto befreit sei, in Strassen und Plätzen mit hohen Aufenthaltswert, in sorgsam gepflegten historischen Gärten und Parks sowie in neuen öffentlichen Freiräumen in den Stadtentwicklungsgebieten. Der Trafoplatz von 2003 und der geplante Brown-Boveri-Platz zeigten zudem, dass «eine qualitätsvolle Verdichtung nur gelingen kann, wenn die Bevölkerung im Gegenzug hochwertige Freiräume erhält.»

Dass Baden allerdings auch Schauplatz des Streits zwischen Teilen der Bevölkerung und den Promotoren des neuen, riesigen Bäderzentrums von Mario Botta war, bleibt unerwähnt. Der Bau ist in vollem Gang und soll 2021 eröffnet werden. In den Worten zum Wakkerpreis wird deutlich, dass der Preis vor allem an den Umgang der Stadt mit dem öffentlichen Raum geht. Der Heimatschutz lobt zusammenfassend: «Die sicht- und erlebbaren Qualitäten sind das Resultat einer vorausschauenden Politik, einer kontinuierlichen Planung und dem Willen der Stimmberechtigen, Geld zu sprechen für eine attraktive Innenstadt. Das Bekenntnis der Stadt, in Entwicklungsarealen auch dort zu investieren, wo nicht in erster Linie zusätzliche gewinnbringende Nutzflächen zu erwarten sind, ist vorbildlich für Siedlungsentwicklungen in der ganzen Schweiz.»

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