Hochparterres Städtebau-Stammtisch diskutierte die Vorlage zum Tunnel und Tram am Zürcher Rosengarten.

An welchen Strassen wachsen unsere Kinder auf?

Hochparterres Städtebau-Stammtisch diskutierte die Vorlage zum Tunnel und Tram am Zürcher Rosengarten. Politiker und Experten blickten in die Zukunft und zurück in die eigene Kindheit.

«Der Städtebau-Stammtisch ist auch eine Landsgemeinde», ruft Moderator Köbi Gantenbein in den Saal und lässt das Publikum abstimmen. Nur gerade zwei Hände recken sich, als Gantenbein nach Befürwortern fragt. Etwa zehn Leute sind sich noch unsicher, ob sie das Projekt für ein Tram und ein Tunnel am Rosengarten annehmen wollen oder nicht. Für die grosse Mehrheit ist klar: sie stimmen am 9. Februar Nein. «So wird es dann am Abstimmungssonntag nicht sein», hakt SVP-Nationalrat Mauro Tuena ein, der auf dem Podium für die Vorlage eintritt. Er sei ein Chreis-4-Kind, an der Seebahnstrasse aufgewachsen und wisse, was viel Verkehr vor dem Kinderzimmer bedeute. Der Verkehr, der die Stadt nicht umfahre, müsse unterirdisch laufen, um die Menschen an der Oberfläche zu entlasten. «Jetzt liegt ein Projekt auf dem Tisch, das dies umsetzt.» An Tuenas Seite steht Peter Anderegg, von der Interessengemeinschaft Öffentlicher Verkehr. Er sei an der berüchtigten Weststrasse aufgewachsen, toppt er Tuena in Sachen kindliche Verkehrsbelastung. «Die VBZ braucht die Tangente», fordert Anderegg, das Projekt sei eine Chance. Gegen die Vorlage nimmt Markus Knauss vom VCS Zürich Stellung. Das Projekt sei überdimensioniert und hinterlasse am Rosengarten eine «Schneise der Zerstörung». «Am meisten ärgert mich, dass die beiden guten funktionierenden Buslinien 83 und 72 eingestellt werden müssten», erklärt Knauss, der erst später erzählt, wo er aufgewachsen ist. Er erhält Unterstützung vom Verkehrsingenieur Klaus Zweibrücken –nicht in der Stadt gross geworden. Es sei ein Kopfschüttelprojekt, aus der Zeit gefallen. Heute müsse der Autoverkehr verlagert werden. Eine Vorlage, die Auto und ÖV ausbaue, erreiche das nicht. «Die Autos verschwinden nicht», entgegnet Tuena, das sehe man jeden Morgen auf der Brunau. Daran habe auch die Westumfahrung nichts geändert. «Die Verkehrsmenge in ...
An welchen Strassen wachsen unsere Kinder auf?

Hochparterres Städtebau-Stammtisch diskutierte die Vorlage zum Tunnel und Tram am Zürcher Rosengarten. Politiker und Experten blickten in die Zukunft und zurück in die eigene Kindheit.

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