«Damit Vielfalt und glückliche Zufälle passieren», fordert der Verein Noigass ausschliesslich gemeinnützigen Wohnraum auf dem Neugasse-Areal im Zürcher Kreis 5.

100 statt 33

Der am Samstag gegründete Verein Noigass kämpft für 100 Prozent gemeinnützige Wohnungen auf dem Neugasse-Areal im Zürcher Kreis 5. Das 30'000 Quadratmeter grosse Areal ist eines von drei Gebieten entlang des Zürcher Gleisfelds, welche die SBB bis 2031 für Wohn-, Gewerbe- und Logistiknutzungen frei machen.

Der am Samstag gegründete Verein Noigass kämpft für 100 Prozent gemeinnützige Wohnungen auf dem Neugasse-Areal im Zürcher Kreis 5. Das 30'000 Quadratmeter grosse Areal ist eines von drei Gebieten entlang des Zürcher Gleisfelds, welche die SBB bis 2031 für Wohn-, Gewerbe- und Logistiknutzungen frei machen. Es geht um 140'000 Quadratmeter an zentralen Lagen – doppelt soviel wie die Fläche der Europaallee, und um geschätzte 1,8 Milliarden Franken Investitionen.

Als erstes soll das Neugasse-Areal zum Wohnquartier werden. Der Stadt gelang es mit den SBB auszuhandeln, von den geplanten 300 bis 400 Wohnungen sollten 33 Prozent gemeinnützig werden. Denn Zürich muss bis 2050, wie das Stimmvolk 2011 entschied, den heutigen Viertel gemeinnütziger Wohnungen am gesamten Bestand in der Stadt auf einen Drittel erhöhen. Logisch also, an der Neugasse diesen Drittel zu erstellen, damit der Anteil zumindest schon mal auf diesem Areal stimmt.

Nicht logisch, sagte die Alternative Liste. Wolle die Stadt das 33 Prozent-Ziel erreichen, müsse sie bis 2050 16'000 gemeinnützige Wohnungen bauen. Dazu bräuchte es 50 Areale von der Grösse der Neugasse. «Höchste Zeit, damit anzufangen!», fordert der Verein, den die AL und linke Kreise am Samstag gründeten. Bei den Arealentwicklungen im Kreis 5 entstand im letzten Jahrzehnt wenig gemeinnütziger, dafür viel Wohnraum zu hohen Preisen. Erfolgschancen rechnet sich der Verein aus zwei weiteren Gründen aus: Erstens haben die SBB zwar vom Bundesrat den Auftrag, mit ihren Arealen und Immobilien möglichst viel Geld zu verdienen – aber sie sind nichtsdestotrotz noch immer ein öffentlich kontrollierter Betrieb. Und zweitens erhielten die SBB das Neugasse-Land zwischen 1855 und 1880 fast gratis – von der Stadt. Zeit, etwas zurückzugeben.

Teil der Entwicklung Neugasse ist ein Workshop-Prozess mit der Bevölkerung, wo konkret und gemeinsam Stadt geplant wird. Allerdings hatten SBB und Stadt harte Fakten wie eben der generelle und der Anteil gemeinnütziger Wohnungen bereits vor diesen Workshops ausgehandelt.

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